Eine wirksame Methode zur Therapie von Sprachfehlern haben Sascha Fagel und Katja Grauwinkel von der Technischen Universität Berlin vorgestellt. Die Kommunikationswissenschaftler entwickelten den sprechenden virtuellen 3D- Kopf „Massy” (Modularer Audiovisueller Sprachsynthesizer). Massy macht die zur Lautbildung nötigen Organe sichtbar, die im Mund verborgen sind – zum Beispiel Zungenspitze und Zahndamm. So können Menschen, die lispeln, auf dem Monitor genau sehen, wie sie ihre Zungenspitze bewegen müssen, um ein Wort korrekt auszusprechen.
Die Forscher wiesen nach, dass der Einsatz von Massy bei Kindern mit einem s-Sprachfehler zu einer deutlichen Verbesserung der Artikulation führt. „Das Problem der Logopäden war”, erklärt Grauwinkel, „dass sie nur Laute gut zeigen können, die mit den Lippen gebildet werden, wie m, b, oder p. Bei g, k, r oder s, die im Innenraum des Mundes entstehen, ist das kaum möglich. Dass Massy die Bildung solcher ‚versteckten‘ Laute sichtbar macht, ist eine große Hilfe für Menschen mit Sprachfehlern, um die richtige Artikulation zu lernen.”
Eine weitere Anwendungsmöglichkeit von Massy sind Lautsprecherdurchsagen in einer geräuschvollen Umgebung. Man könnte zum Beispiel auf Bahnhöfen die Durchsagen nicht nur akustisch vermitteln, sondern auch optisch, was das Verständnis sicher erleichtern würde.





