Die Stimme von Alexander Edler (27) aus Konstanz spricht aus Navigationsgeräten und bei Stauansagen.
Herr Edler, wie läuft so eine Stimmenaufnahme ab?
Sehr langsam. Man steht tagelang im Studio, liest Texte vor und versucht, sie möglichst intuitiv zu betonen. Meistens kann man das aber nur eine Stunde lang machen, dann wird die Stimme kratzig und man braucht eine Pause. Nach einer halben Stunde geht es weiter – und so läuft das den ganzen Tag. Insgesamt hat es eine Woche gedauert, alle Sätze einzulesen.
Das hört sich nicht ganz einfach an.
Es ist schwer, nicht in einen leiernden, monotonen Ton zu verfallen – und schon beim Einsprechen selbst wie eine Computerstimme zu klingen. Man muss ein wenig schauspielern.
Wie meinen Sie das?
Wenn ich einen Satz vorlese, der aus einem Dialog stammt, dann klingt er recht seltsam. Besser hört er sich an, wenn ich mich selbst in den Dialog hineinversetze, wenn ich anfange, zu gestikulieren, und versuche, die Mimik des Sprechenden nachzumachen.
Ergeben die Sätze, die man aufnimmt, einen Sinn?
Ja, das müssen sie, sonst könnte man die Laute gar nicht richtig betonen. Aber es gibt unterschiedliche Textblöcke: Manche Sätze sind Anweisungen, die ein Navigationssystem sagen würde, andere stammen eher von einem Nachrichtensprecher.
Wie finden Sie Ihre Computerstimme?
Freunde haben mir Sätze zugeschickt, die mit meiner Stimme zusammengesetzt wurden – dabei kommen ganz lustige Sachen heraus. Doch es ist seltsam, sich selbst so zu hören.




