Er ist in den Medien präsent wie kaum ein anderer Wissenschaftler und wird nicht müde, vor dem Kollaps der Sozialsysteme in Deutschland zu warnen: Bernd Raffelhüschen. Jetzt ist der Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Freiburg und der Universität Bergen in Norwegen mit dem Schader-Preis geehrt worden. Er ist mit 15 000 Euro die höchstdotierte Auszeichnung für Gesellschaftswissenschaften in der Bundesrepublik. Die Schader-Stiftung ehrt den 46-Jährigen damit für sein Engagement, wissenschaftliche Einsichten für den Bürger allgemein verständlich darzustellen. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde Raffelhüschen als Mitglied der so genannten Rürup-Kommission, die von der Bundesregierung eingesetzt worden war, um Vorschläge zur Sicherung der Sozialsysteme zu erarbeiten. Dabei wies der Wissenschaftler immer wieder auf Lücken im sozialen Sicherungssystem hin, die der Generationenvertrag aufgrund der Überalterung der Gesellschaft für künftige Generationen schafft. Raffelhüschens These: Wer heute 40 Jahre oder jünger ist, gehört zu den Verlierern, da diese Menschen im Laufe ihres Lebens mehr an Steuern, Abgaben und Zinsen zahlen, als sie später an staatlichen Leistungen erhalten werden. Daher mahnt der Forscher in Abwandlung eines alten Sepp-Herberger-Spruchs immer wieder: „Nach den Reformen ist vor den Reformen.”





