Offenbar hatten die Kinder viel Spaß. Schon bevor ich die Küche betrat, hörte ich Christoph und Maria laut lachen und reden. Als sie mich sahen, steigerte sich ihre Euphorie noch: „ Gubuteben Tabag!”, rief Christoph, und Maria versuchte es mit „ Haballobo Pabapaba!”. „Pabapaba ist gut”, amüsierte sich Christoph.
„Was habt ihr denn?”, wagte ich zu fragen.
„Das verstehst du nicht”, triumphierte Maria, aber Christoph stieß sie in die Seite und korrigierte: „Dabas veberstebehst dubu nibicht.”
Ich verstand: „Geheimsprache!”
Maria war aufgedreht: „Jaba, dabas ibist eibeinebe Gebeheibeimsprabachebe.”
„Und dabei nützt dir deine Mathematik gar nichts!”, meinte Christoph.
„Ich kann euch auch einen Geheimcode zeigen”, versuchte ich mitzuhalten. „Wir schreiben ein Wort, zum Beispiel MARIA, und ersetzen jeden Buchstaben durch seinen Nachfolger.”
Christoph war gleich überzeugt, nahm einen Stift, schrieb auf den Rand der Zeitung MARIA und dann darunter NBSJB.
„Wir machen mal zwei Buchstaben weiter”, sagte Maria, „aus M wird O, aus A wird C, …” Dann schrieb sie OCTKC und fand: „Klingt seltsam.”
„Das soll auch so sein. Den Geheimcode soll ja niemand entschlüsseln können.”
„Aber der andere muss die Nachricht doch verstehen!”
„Welcher andere?”
„Na der, dem du die Nachricht schickst.”
„Was muss der machen, um OCTKC zu entschlüsseln?”, fragte ich. „Er muss zwei Buchstaben zurückrechnen.”
Jetzt setzte ich noch eins drauf: „Man kann diesen Geheimcode auch anders schreiben, und zwar mit Zahlen.”
Die Kinder waren heute nicht zu stoppen: „Du meinst A gleich 1, B gleich 2 und so weiter”, wusste Maria. Christoph tüftelte gleich an seinem Namenscode und erhielt: 3 8 18 9 19 20 15 16 8.
„Eben haben wir den nächsten und dann den übernächsten Buchstaben genommen. Das bedeutet in Zahlen …”
„… plus 1 oder plus 2″, wurde ich rücksichtslos unterbrochen. Christoph hielt kurz inne und fragte dann: „Was passiert eigentlich nach der 26?”
Ich half ihm: „Bei welchem Buchstaben landen wir nach der 26 wieder?”
Das wusste er natürlich: „Bei A. Also fangen wir einfach wieder von vorne an.”
„Genau. Nach 26 kommt wieder die 1, und so zählen wir weiter.”
Ich hatte noch einen Vorschlag: „Statt eine Zahl dazu zu zählen, kann man auch mit einer Zahl multiplizieren.”
Christoph machte sich sofort an die Arbeit: „Ich multipliziere mich mit 3.” Das gelang ihm gut: Er multiplizierte jede Zahl seines Namenscodes mit 3 und erhielt: 9 24 54 27 57 60 45 48 24.
Jetzt wurde es schwierig. „Zu welcher Zahl wird denn die 54, wenn man sie auf das 26er-System umrechnet?”, fragte ich. „27 ist 1, 28 ist 2, also …” Christoph zählte konzentriert weiter, „… die 52 ist wieder eine 26, die 53 ist dann eine 1. Also ist 54 gleich 2.”
Maria machte mit: „27 hatten wir ja schon, das ist die 1.”
Christoph fuhr fort: „57 ist 3 mehr als 54, also 5. Und 60 ist noch mal 3 mehr, also 8.”
Insgesamt erhielten wir als verschlüsselten Zahlencode somit 9 24 2 1 5 8 19 22 24.”
„Jetzt übersetzen wir das noch in Buchstaben”, schlug Maria vor. „IXBAEHSVX.”
Beide waren begeistert und schauten zufrieden auf ihr Werk: „ Ich hätte nicht gedacht, dass Mathe dabei nützlich sein kann”, stellte Christoph fest. Und Maria behielt das letzte Wort: „ Mabathebe hibilft!”




