Frauen mit wohlhabenden Partnern kommen keineswegs häufiger zum Orgasmus als andere. Eine entsprechende Studie, die 2009 weltweit für Aufsehen sorgte, ist falsch. Das fanden Esther Herberich und Torsten Hothorn von der Universität München heraus. Die Statistiker hatten versucht, die Untersuchung von niederländisch-britischen Forschern zu replizieren. Thomas V. Pollet von der Universität Groningen und Daniel Nettle von der Newcastle University hatten die Daten von 1534 Chinesinnen analysiert und gefolgert, dass Frauen von reichen Männern häufiger zum sexuellen Höhepunkt kommen. Doch die Münchner Forscher wiesen jetzt nach, dass die Ergebnisse von Pollet und Nettle auf einem Fehler im Statistikprogramm beruhen. Herberich: „ Als wir das statistisch angemessene Modell betrachteten, ergab sich ein völlig anderes Bild. Die Orgasmushäufigkeit der Frauen hängt am stärksten mit ihrem Bildungsniveau, aber auch mit ihrem Gesundheitszustand und ihrem Alter zusammen.” Jüngere und gesündere Frauen erleben demnach häufiger einen Orgasmus. Das Einkommen des Partners spielt dagegen keine Rolle.




