Durch den Computer und das Internet, sagt man, ist das gesamte Universum der Information allgemein zugänglich geworden. Deshalb darf nicht eher innegehalten werden, als bis das letzte Klassenzimmer und der letzte Kindergarten verkabelt worden sind. Clifford Stoll ist da ganz anderer Auffassung. “Ein Internet-Anschluss”, behauptet er, “ist die beste Garantie zum Trottel zu werden.”
Was hat es für einen Sinn, mit dem Computerunterricht so früh wie irgend möglich zu beginnen? Überhaupt keinen, behauptet Stoll. Denn der Computer hindert seiner Überzeugung nach die Kinder daran, ihre sozialen Fähigkeiten zu entwickeln. Er lässt sie Erfahrungen mit der virtuellen Welt machen, bevor sie die reale Welt richtig kennen gelernt haben. Er fördert die geistige Trägheit und Unselbstständigkeit und macht aus den Lehrern Anhängsel des Multimedia-Bildschirms. Und weil er keine längeren und schwierigeren Texte duldet, verhindert er, dass die Grundlagen von Mathematik, Physik oder Geschichte begriffen werden.
Es ist leicht, Clifford Stoll anzugreifen. Denn er hat die Neigung, auf die maßlosen Übertreibungen digitaler Heilspropheten mit maßlosen Übertreibungen zu antworten. Aber in manchen Kapiteln trifft der charmante Provokateur den Nagel auf den Kopf. Zum Beispiel wenn er gegen die Qualität der Internet-Informationen ins Felde führt, dass kostenlose Informationen per se nichts taugen können.
Dr. Frank Ufen




