MARKENPFLEGE Anfang 2004 veröffentlichte die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) in bild der wissenschaft 12 Leit-Innovationen, die Deutschland voranbringen sollen. Diese Stellungnahme stieß bei Wissenschaft und Wirtschaft auf beachtliche Resonanz. Soeben hat die FhG – größte Institution für angewandte Forschung in Europa – nachgelegt und 12 Perspektiven für Zukunftsmärkte vorgestellt. Zu diesen Zukunftsmärkten gehören scheinbar schnöde Dinge, etwa Paletten oder Behälter, die sich selbst organisieren. Aber auch raffinierte Entwicklungen wie Sicherheitstechnologien, die uns vor Unfällen, organisierter Kriminalität und Terror schützen können.
Ziel der Auswahl, die in mehreren Workshops von 300 Experten vorgenommen wurde, ist es, der FhG ein schärferes Profil zu geben und die Marke zu stärken, sie zu einer „Lieblingsmarke” zu entwickeln. Angesichts des beinharten Wettbewerbs auch in der angewandten Forschung, will Fraunhofer deutlicher als bisher vor allem seinen mittelständischen Kunden vermitteln, wo sie sich von der Gesellschaft Unterstützung erhoffen können.
Maßnahmen zur Markenstärkung beschließen Unternehmen und Institutionen tagtäglich. Denn eine starke Marke verkauft sich bis zu einem gewissen Punkt von selbst. Warum das so ist und wie es dazu kommt, dass manche Marke über Jahre „in” ist und andere Anstrengungen floppen, ist Inhalt der Titelgeschichte dieser Ausgabe. Dabei geht es nicht nur darum, Grundlagen zu vermitteln, wie unser Gehirn verschaltet ist und weshalb wir tun was wir tun. Sondern es geht auch darum herauszudestillieren, warum wir kaufen was wir kaufen. Vertreter der Konsumgüterindustrie interessieren sich brennend für diesen Aspekt der modernen Gehirnforschung.
Alle, die sich auf ihre Ratio etwas einbilden, sollten registrieren: Niemand kann sicher sein, dass er beim Kauf eines Produkts seine Emotionen im Griff hat. Das limbische System im Zentrum des Gehirns könnte auch Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Mehr dazu ab Seite 16.





