Lieber ein Elektroschock
Nichts tun ist für viele Menschen qualvoll – das haben nun auch Forscher um Timothy Wilson von der Harvard-Universitätin Cambridge wissenschaftlich nachgewiesen. Die meisten wollen sich unbedingt beschäftigen, sogar wenn sie sich dafür einen Elektroschock verpassen müssen. Die Wissenschaftler baten Studenten, 10 bis 15 Minuten tatenlos ihren Gedanken nachzugehen, zunächst in einer kargen Laborumgebung, dann bei einem zweiten Experiment in häuslicher „Wohlfühlatmosphäre”. Die meisten Versuchspersonen berichteten, dass ihnen das äußerst unangenehm war – unabhängig von der Umgebung. Manche gaben sogar zu, gemogelt und zum Handy gegriffen oder Musik gehört zu haben. Die Krönung: Im dritten Versuch verpassten sich einige Probanden per Knopfdruck sogar lieber Elektroschocks statt nichts zu tun, obwohl sie vorher angegeben hatten, lieber fünf Euro bezahlen zu wollen, statt sich mit einem Elektroschock traktieren zu lassen. Die Abneigung gegen das Nichtstun ist nicht für junge Menschen typisch, sondern besteht in allen Altersklassen, berichten die Forscher. Ihre Ergebnisse wurden im renommierten Fachblatt Science veröffentlicht.





