Elke Rohmann (38), Sozialpsychologin an der Universität Bochum, kommt in ihrer Doktorarbeit zu überraschenden Ergebnissen: Nicht romantische Vorstellungen von der Liebe sind entscheidend für das Beziehungsglück, sondern ein gerechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis für beide Partner. Natürlich spielen auch Gefühle eine Rolle: „Die Fähigkeit, dem Partner Wärme zu geben, wird eindeutig höher bewertet als Status oder Aussehen”, erklärt die Psychologin. Für ihre Dissertationsarbeit „ Gerechtigkeitserleben und Erwartungserfüllung in Partnerschaften” wertete Elke Rohmann drei Studien mit 400 Frauen und Männern im Alter von 18 bis 64 Jahren aus. Die große Überraschung erlebte sie bei ihrer Zusatzstudie zur Bedeutung der Hausarbeit: Obwohl eine faire Verteilung von Kochen und Abwaschen als Optimum betrachtet wird, erwarten Frauen schon von vorneherein, daß sie mehr leisten müssen als ihre Männer. Selbst berufstätige Frauen halten ihre Partnerschaft nicht für weniger glücklich, wenn der Löwenanteil der Hausarbeit an ihnen hängenbleibt. „Daß die Rollenverteilung so festzementiert ist, hat mich sehr erstaunt”, kommentiert die Psychologin.
Elke Rohmann / Carola Pfeifer




