Forscher und Erfinder verändern die Welt – und sind doch häufig kaum bekannt. Wer kann schon etwas mit dem Namen Wallace Hume Carothers anfangen? Dabei entdeckte der Amerikaner die chemische Verbindung Nylon – und sorgte damit für eine zarte Hülle um Milliarden von Damenbeinen.
Im “Lexikon der Forscher und Erfinder” wird der Chemiker porträtiert. Insgesamt enthält das Buch über 500 Kurzbiographien bedeutender Männer und Frauen. Auf Fotos wurde verzichtet, dafür erklären die Autoren besonders wichtige Effekte oder technische Neuerungen gesondert in Kästen. Und wer wissen will, wem eine Erfindung oder eine wissenschaftliche Idee zuzuordnen ist, der kann im Sachregister nachschlagen.
Das Lexikon spannt einen Bogen von der Antike über das Mittelalter bis in unsere Zeit. Lobenswert, daß die Autoren nicht nur an abendländische Forscher gedacht haben, sondern auch an Orientalen, die besonders im Mittelalter ihren westlichen Zeitgenossen häufig weit voraus waren.
Der Herausgeber des Lexikons schreibt in der Einleitung, er habe sich bemüht, “keinen der ganz Großen zu vergessen”. Daß dies trotzdem geschehen ist, erscheint bei der Fülle wichtiger Namen fast unvermeidlich. So fehlt der amerikanische Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman, der nicht nur wegen seiner wissenschaftlichen Leistungen, sondern auch durch seine schillernde Persönlichkeit eine Erwähnung verdient hätte. Den deutschen Chemiker Fritz Haber dagegen wollte man offensichtlich mit einem Eintrag würdigen, hat ihn aber dann vergessen. Jedenfalls findet sich an einer Stelle ein Verweis auf ihn. Beim Buchstaben “H” sucht man aber vergeblich.
René Zey (Hrsg.) LEXIKON DER FORSCHER UND ERFINDER Rowohlt-Taschenbuch Verlag Reinbek 1997 480 S., DM 29,90
Frank Fleschner




