Ohne eine präzise Zeitmessung – so Padovas These – wären Isaac Newtons Erkenntnisse nicht möglich gewesen. Denn einer ihrer Grundpfeiler ist: „Die absolute Zeit verläuft vermöge ihrer Natur unabhängig von allen Dingen stets gleichmäßig.” Sie würde auch ablaufen, wenn es sonst nichts gäbe. Leibniz hielt dagegen: Was Zeit ist, hängt von unseren zufälligen Erfahrungen ab, etwa vom Tag- und Nachtwechsel, der ja auch ganz anders sein könnte.
Newtons Werk beherrschte die Physik der nächsten zwei Jahrhunderte, seine „absolute Zeit” ist bis heute im Alltagsdenken verwurzelt. Leibniz’ Vorstellung über das „relative” Wesen der Zeit erfuhr eine Würdigung durch Albert Einstein, der der Zeit ihre Newton’sche Absolutheit nahm: Sie hängt demnach von der Bewegung des Systems ab, in dem man sie misst.
Wolfram Knapp





