Weshalb die Tagesschau, die dieses Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum feiert, mit durchschnittlich zehn Millionen Zuschauern um 20 Uhr ein Quotenhit ist, kann keiner so recht erklären. An Spott mangelt es nicht – auch wenn beim ehemaligen RTL-Chef Helmut Thoma Resignation mitschwingt angesichts des unangefochtenen ersten Platzes: Die Tagesschau könne man auch auf Latein verlesen, die Leute würden sie trotzdem anschauen. Über die immer gleichen Bilder ließ sich der Publizist Roger Willemsen aus: „Das Hinsetzen der Männer an den Verhandlungstisch, das ist wie das Rutenschneiden der Bauern auf dem Felde in der antiken Vasenmalerei – Ewiges, Außerzeitliches, In-sich-Stehendes, ohne Verweis, ohne über sich hinausweisende Geste, immer aktuell und niemals wirklich Gegenwart.”
Die Erfolgsgeschichte der Tagesschau, die zunächst dreimal die Woche gesendet wurde, begann am 26. Dezember 1952. Gezeigt wurden für heutige Begriffe wenig aktuelle Filmausschnitte aus der Kino-Wochenschau. Seit 1959 gibt es einen sichtbaren Sprecher, seit 1961 sendet der NDR jeden Tag eine Tagesschau. Heute gibt es rund 20 tägliche Tagesschau-Ausgaben, inklusive der Tagesthemen und Nachtmagazine.





