Auf den Fidschi-Inseln und in afrikanischen Ländern galten bislang ausladende Hintern, dicke Bäuche und große Brüste als Schönheitsideal. Immer mehr Frauen in diesen Ländern sind jedoch essgestört. Forscher vermuten einen Zusammenhang mit der Einführung des Satelliten-Fernsehens und damit dem Export des amerikanischen Schönheitsideals.
Auch bei uns nehmen latente Essstörungen drastisch zu. So deckte eine Studie der Universität Jena mit 12- bis 34-Jährigen auf: 29 Prozent der Frauen zeigen Frühzeichen von Essstörungen, aber auch 13 Prozent der Männer. Solche Frühzeichen sind etwa:
· häufige Versuche, Diät zu halten,
· Kalorienzählen,
· sich dick fühlen, obwohl der Körper schlank ist,
· Hungerattacken mit Sport oder Appetitzüglern ausgleichen.
Dieses gestörte Essverhalten hat im Gegensatz zur Krankheit Magersucht einen hundertprozentigen gesellschaftlichen Bezug. Laut einer Studie aus dem Jahr 2008 sind heute beispielsweise zwei von drei Trickfilmheldinnen extrem dünn, US-amerikanische Models staksten bis vor Kurzem mit einem durchschnittlichen BMI von 16,3 über den Laufsteg.
Die Modebranche ist nach dem Tod einiger Models unter starken Druck geraten. Länder wie Spanien, Frankreich und Großbritannien haben mittlerweile der Mode-Industrie Gesundheitsvorschriften auferlegt. In Deutschland hat sich die Mode-Branche selbst verpflichtet, nur noch Models ab einem BMI von 18,5 zu beschäftigen. Ob sich das gesellschaftliche Schönheitsideal dadurch ändert, bleibt fraglich. Die physische und psychische Gesundheit der Models profitiert aber auf jeden Fall davon.




