Ich bin zwar kein Biologe, aber ich habe auch nicht den Eindruck, dass es Herrn Sommer bei seinem Aufruf, die Gattung Pan mit der Gattung Homo zu vereinen, wirklich um Biologie geht.
Vor Kurzem sind hier im Dorf die Schwalben fortgezogen: Rauch- und Mehlschwalben. Die beiden Arten sind sich, was Körperbau, Lebensweise und Ernährung betrifft, sehr ähnlich. Ihre Skelette könnte nur ein Spezialist unterscheiden. Trotzdem gehören sie zu zwei verschiedenen Gattungen: Hirundo und Delichon.
Menschen- und Schimpansenskelette kann hingegen ein Fünfjähriger zuordnen. Arten, die so verschieden gebaut sind, sich so unterschiedlich fortbewegen, ernähren und miteinander kommunizieren, würde man nirgendwo sonst im Tierreich in eine Gattung stellen wollen. Die biologische Systematik richtet sich ja keineswegs nur nach den Genen, und es gibt keine Regel, wie viel Prozent der Unterschied in der DNA betragen muss, damit man von einer eigenen Gattung sprechen kann.
Deshalb glaube ich nicht, dass Herrn Sommers Klassifikation „ die einzig wissenschaftlich haltbare” ist, sondern dass es ihm vielmehr um die weltanschaulichen Wirkungen geht.
Ulrich Hartmann, per E-Mail
Die Genetik hat in den letzten hundert Jahren eine geradezu explosionsartige Entwicklung erlebt. Einige der letzten Erkenntnisse zeigen laut Volker Sommer, dass sich Schimpanse und Mensch – genetisch betrachtet – nicht signifikant voneinander unterscheiden. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau seien größer als zwischen Mensch und Schimpanse. Von daher sei es nur konsequent, dem Schimpansen die Kategorie „Homo” zuzugestehen und Menschenrechte für ihn einzufordern.
Ich möchte Herrn Sommer, P. Cavalieri und P. Singer fragen: Möchten Sie mit einer Schimpansin verheiratet sein? Das hätte zumindest den Vorteil, dass eine solche Lebensgefährtin keine Suppe anbrennen ließe und nie widersprechen würde. Auch Verhütungsmittel oder gar Schwangerschaftsabbrüche wären überflüssig. Vielleicht wäre das die Lösung des Problems der Bevölkerungsexplosion. Der Genetik sei Dank …
Günther Sesterhenn, per E-Mail
Meiner Meinung nach sollte man die Unterscheidung zwischen Mensch und Affe so belassen, wie sie ist. Denn das Entscheidende für mich ist nicht die genetische Gleichheit zwischen beiden Gruppen, sondern das Stellen der Seinsfrage: Kann ein Affe selbst über seinen eigenen Tod reflektieren oder nicht? Da man offensichtlich noch kein Tier beim Beantworten dieser Frage entdeckt hat, ist dies ein entscheidendes Argument zur Differenzierung zwischen Mensch und Affe. Deshalb: Lasst die Unterscheidung, auch wenn sie die Gefahr der Überheblichkeit bietet, uns aber mehr Verantwortung für alle anderen abfordert. Um der Weisheit willen!
Carsten Koßwig, per E-Mail
DAS SAGENHAFTE GOLDLAND PUNT
Heft 9/2011
Mit großem Interesse habe ich die neuen Erkenntnisse zur Puntforschung im Artikel von Frau Franz vernommen, die meinen früheren Erkenntnissen zur Lokalisierung von Punt (ägyptisch) und Ophir (israelisch) im heutigen Vorder- und Hinterindien/Ceylon keineswegs widersprechen, sondern durch die Begriffe „Land der Götter” (Indien) und die Geschichte des Schiffbrüchigen auf dem Riesenschlangen-Inselreich Punt (Ceylon, früher Taprobane Insula) weiter belegt werden.
Auch die auf Stelzen gebauten Rundhütten und der Handel mit dem endemischen indischen Pfau sind typisch für diese südasiatische Region und nicht für Ostafrika. Schließlich werden die Punt-/Ophir-Reisen als mehrjährige Expeditionen geschildert, was auch durch die vielen Bohrmuscheln in den Schiffsplanken von Mersa Gawasis belegt wird. Diese wichtigen Umstände können nur mit einer langen – monsununterstützten – Überquerung des Indischen Ozeans in Einklang gebracht werden.
Mit Sicherheit wurden die Schiffe auf dem Rückweg nach Ägypten beziehungsweise Israel im heutigen Land Punt am Horn von Afrika, auf der Insel Sokotra und im Jemen auch mit Weihrauch, Myrrhe, Pavianen, Leoparden et cetera beladen. Jedoch gibt es in den Ländern am Ausgang des Roten Meeres keine größeren Gold-, Silber- und Edelsteinvorkommen.
Prof. Dr. Dieter Ortlam, Bremen
PARADIES PANGUANA
Heft 8/2011
Da ich in Peru lebe, habe ich mit Interesse den Artikel gelesen. Außerdem stand die Geschichte der Rettung von Juliane Diller, geborene Köpcke, in den Büchern, mit denen wir Deutsch als Fremdsprache unterrichteten. Der Artikel schließt mit der Behauptung, dass in der peruanischen Bevölkerung ein wachsendes Umweltbewusstsein zu beobachten sei.
Leider werden aber zurzeit große Flächen des Tropenwaldes abgeholzt und verbrannt, nicht nur, um Weideplätze zu gewinnen, sondern vor allem, um Gold zu waschen. In den meisten Fällen ist der Abbau illegal. Man nimmt Mensch und Tier den Lebensraum weg und bringt außerdem viele junge Menschen in die Prostitution rund um die Orte der Goldwäscherei.
Regierung und Polizei stehen dem Ganzen ziemlich machtlos gegenüber, und die Versuche der Wiederaufforstung sind minimal. Wer Spanisch versteht, kann dies in www. elcomercio.pe vom 25.09.2011 nachlesen.
Gudrun Uhlenbrock, Lima
TRÄUMEN NACH WUNSCH
Heft 9/2011
Seit meinem achten Lebensjahr träume ich Geschichten, an denen ich aktiv beteiligt bin. Wenn ich wach werde, steige ich anschließend wieder in die Handlung ein. Nach dem Aufwachen erinnere ich mich und behalte den Inhalt in Bild und Ton eine Zeitlang. Besonders interessante Geschichten sind mir heute noch bewusst in der Erinnerung und häufig der Zündstoff für neue geträumte Geschichten.
Durch Ihren Bericht weiß ich nun, dass man das luzides Träumen nennt. Für mich ist das ganz normal. Aber ich habe viele Bekannte, die mir erklären, sie träumten nie. Weil sie sich nach dem Aufwachen an nichts erinnern können, halten sie Traumerinnerungen für Unfug: „So was gibt es doch gar nicht!”
Wolfgang Günther, per E-Mail




