Finstere Wolken ziehen auf, es blitzt und kracht. Für Flugzeuge kann ein Gewitter sehr gefährlich sein – vor allem bei der Landung. Systeme, die am Flughafen Blitze abfangen, bevor diese Schaden an einem landenden Jet anrichten können, sollen daher künftig für mehr Sicherheit am Himmel sorgen. Ein erster Schritt dahin ist nun einem Team aus deutschen, französischen und schweizerischen Wissenschaftlern gelungen. Die Forscher um den Physiker Ludger Wöste vom Institut für Experimentalphysik der Freien Universität Berlin und Jérôme Kasparian von der Universität Lyon benutzten dazu einen leistungsstarken Laser, der extrem kurze Lichtpulse erzeugt. Die mehrmals pro Sekunde ausgesandten Laserblitze, von denen jeder nur 150 Femtosekunden (Billiardstel Sekunden) dauerte, schossen die Forscher in eine aufziehende Gewitterfront. Mit Sensoren registrierten die Gewitterjäger, was in der Wolke vor sich ging. Das Resultat: Die Bündel aus intensiven Laserpulsen lösten dort zahlreiche elektrische Entladungen aus. Sie fanden in Plasmakanälen statt – dünnen, schlauchförmigen Bereichen, in denen die Moleküle der Luft durch die Energie des Laserlichts in positiv und negativ geladene Teilchen aufgespalten waren. Wegen der sehr kurzen Lebensdauer der Plasmakanäle gelangten die Entladungen nicht bis zur Erde, es kam also zu keinen Blitzeinschlägen. Mit einem weitaus stärkeren Laser wollen Wöste und seine Mitarbeiter bald richtige Blitze künstlich auslösen und am Boden auffangen. Damit wäre der Grundstein gelegt für ein neuartiges System zur Flugsicherung mithilfe von Laserlicht.




