
Benjamin Fredrich schreibt äußerst sachlich. Ist das angesichts des Leids, das Kriege verursachen, angemessen? Doch wer das Buch in der Hand hält, bekommt aus einem ganz anderen Grund eine Gänsehaut. Regelrecht hautnah lässt es den Krieg spüren, denn es ist an vier Stellen durchlöchert, als wären Patronen auf das Buch abgefeuert worden. Auf diese Weise kommen dann doch Emotionen in das lesenswerte Buch.
Ein Kapitel geht auf mögliche Szenarien für ein Kriegsende in der Ukraine ein. Zum Schluss listet Benjamin Fredrich knapp alle Kriege des 19., 20. und 21. Jahrhunderts auf. Im Durchschnitt beginnt fast alle neun Monate ein neuer grausamer Konflikt. Weltweit. In der Mehrheit enden sie nicht durch Siege, sondern durch Kompromisslösungen, sie werden eingefroren oder der Frieden wird durch Dritte vermittelt. Es wird deutlich: Krieg ist immer und überall. Katja Maria Engel
Benjamin Fredrich:
Wie Kriege enden
100 Friedensfälle aus 100 Jahren Kriegsgeschichte
Katapult Verlag, 100 S., € 15,–
ISBN 978-3-948923-91-4




