Tumorzellen benötigen – wie alle Zellen – Sauerstoff, um zu wachsen. Sie beziehen ihn aus Blutgefäßen in ihrer nächsten Umgebung. Weil diese Versorgung aber oft nicht reicht, haben Tumore eine raffinierte Strategie entwickelt, um ihr Überleben zu sichern. Wissenschaftler der Universität Bremen um Jörn Bullerdiek haben herausgefunden, dass die Tumore Blutgefäße anlocken, die ihnen den nötigen Sauerstoff liefern. Als Auslöser dieses Mechanismus identifizierten die Humangenetiker das Protein „High Mobility Group Protein B1″ (HMGB1), das sich in den Zellkernen befindet. Wird der Tumor mit zu wenig Sauerstoff versorgt, kommt es zum Absterben von Zellen. Dadurch wird das HMGB1 freigesetzt und bewirkt in der Umgebung das Auswachsen von Blutkapillaren, an die die Tumorzellen wieder „andocken” können. Bullerdiek hofft, durch seine Entdeckung könnten Methoden für die Blockade von HMGB1 entwickelt werden.




