Krebs-Früherkennung ist ein Tausch von Risiken: Auf der einen Seite soll sie das Risiko verringern, an Krebs zu sterben. Doch da kein Test perfekt ist, geht man auf der anderen Seite das Risiko ein, von einer Fehl- oder einer Überdiagnose betroffen zu sein. Welche dieser beiden Waagschalen schwerer ist, das ist eine ganz individuelle Entscheidung. Bei der Abwägung kann es helfen, sich über folgende Fragen klar zu werden:
1. Warum mache ich mir ernsthafte Sorgen um Krebs? Gibt es dafür objektive Gründe:
• Ist ein Verwandter ersten Grades erkrankt? In welchem Alter?
• Habe ich besondere Risikofaktoren? Bin ich im gefährdeten Alter oder führe ich einen gefährlichen Lebenswandel?
• Wie groß ist mein Risiko, in den nächsten 10 Jahren an Krebs zu sterben?
2. Welche Tests stehen zur Verfügung? Gibt es Beweise, dass diese Tests überhaupt mein Risiko verringern können, an Krebs zu sterben?
3. Wie treffsicher sind diese Tests? Wie oft übersehen sie Krebs? Wie oft führen sie zu Fehldiagnosen? Wie groß ist das Risiko einer Überdiagnose?
4. Was kosten die Tests? Finanziert sie die Krankenkasse, oder muss ich sie privat bezahlen?




