Über 11 000 Kugelsternhaufen im 54 Millionen Lichtjahre fernen Virgo-Galaxienhaufen hat das Hubble-Weltraumteleskop inspiziert. Jeder davon ist über 5 Milliarden Jahre alt. Astronomen um Eric Peng von der Universität Peking konnten jetzt anhand der Daten die Entwicklungsgeschichte rekonstruieren.
Die meisten Zwerggalaxien, die sich in höchstens drei Millionen Lichtjahren Entfernung vom Zentrum des Virgo-Haufens befinden, wo die Elliptische Riesengalaxie M 87 sitzt, haben mehrere Dutzend Kugelsternhaufen. Weiter entfernte Zwerggalaxien besitzen weniger Kugelsternhaufen, stellten die Astronomen fest. Die Sternhaufen entstehen bevorzugt in Regionen mit dichten Gaswolken im All, wo die Sternbildung sehr rasch verläuft. Das ist im Zentrum von Galaxienhaufen häufiger der Fall.
Seit Längerem ist bekannt, das M 87 viel mehr Kugelsternhaufen besitzt, als eigentlich zu erwarten wäre. Die neuen Daten sprechen für die Hypothese, dass die Riesengalaxie sich die Haufen von ihren Nachbargalaxien einverleibt hat. Ein solcher galaktischer Kannibalismus wird schon länger vermutet („ Kugelsternhaufen – galaktisches Gesindel”, bild der wissenschaft 5/2007).




