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Konsum: Die Revolution frisst ihre Kinder
Kritik am Kapitalismus ist beinahe so alt wie diese Staats- und Gesellschaftsordnung und ihr Ende wird ebenso lange bereits vorausgesagt. Doch heute ist das Problem so imminent und real wie nie zuvor.
Es ist eine Zahl, die für jeden Gegner von hemmungslosem Konsum wie ein rotes Tuch auf den Stier wirken dürfte: 229 Millionen Produkte. Das ist nicht etwa die Anzahl der Waren, die es im globalen Einzelhandel gibt oder nur dem von Deutschland. Tatsächlich steckt dahinter die Anzahl unterschiedlicher Waren, die auf dem deutschen Ableger von Amazon angeboten werden, von der einzelnen Tütensuppe bis zum kompletten Fertighaus.
Dies sind nicht einmal die aktuellsten Zahlen, denn sie stammen von 2016 und dürften sich seitdem – wie die bisherigen Trends es aufzeigen – abermals stark gesteigert haben. Das zeigt nicht nur, dass es heute auf einer einzigen Plattform möglich ist, alles und noch mehr, was man jemals im Leben gebrauchen könnte, zu erwerben. Sondern auch, dass Konsum derzeit eine Rotationsgeschwindigkeit erreicht hat, die nicht nur ausgesprochene Kritiker als brandgefährlich ansehen. Welche Problemstellungen es gibt, erklärt der folgende Artikel.
Probleme der Wirtschaftsstruktur von heute
Es ist leicht, Konsum und Kapitalismus zu kritisieren und dabei weit über das Ziel hinauszuschießen. Doch fraglos gibt es in der heutigen globalen Realität einige echte Problemstellungen, die diesem Gesellschaftsmodell angelastet werden können, weil sie zu den inhärenten Schwächen des Systems gehören.
Viele Große, wenige Kleine
Das sichtbarste Problem lässt sich heute in jeder deutschen Innenstadt, jeder Einkaufspassage oder jedem Gewerbegebiet betrachten. Egal, wo man sich befindet, die Marken auf den Werbeschildern über den Eingangstüren der Geschäfte sind nahezu immer gleich. Gemeint ist, dass heute in Ladengeschäften jeglicher Couleur vieles nur noch über Franchise-Prinzipien läuft. Das Schuhgeschäft mit höchstens zwei, oftmals jedoch nur einer einzigen Filiale wurde nachhaltig durch die großen Nahmen überall präsenter Ketten abgelöst – bei den meisten anderen Waren sieht es ebenso aus.
Das ist nicht nur ein primäres Vielfalt-Problem, sondern hat auch andere Auswirkungen. So zum Beispiel auf die Zahl der Selbstständigen. Wo der kleine Einmannbetrieb unmöglich im Kampf gegen die großen Ketten bestehen kann, werden aus denjenigen, die den Mut zur Selbstständigkeit haben und damit in früheren Zeiten ein Geschäft eröffnet hätten, weitere Angestellte. Dieser Trend lässt sich in Deutschland seit einigen Jahren deutlich betrachten.
Daraus ergibt sich ein weiteres Problem. Denn es sind, nicht nur aber eben auch im Handel, traditionell die kleineren Betriebe mit ihrer viel größeren Flexibilität, welche der Triebmotor für kreative Ideen und unkonventionelle Herangehensweisen sind.
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Und es ist nicht nur so, dass daran ausschließlich Deutschland darben würde. Faktisch ist die besagte Vereinheitlichung ein absolut globales Problem, dessen Ausprägungen nur regionalen Schwankungen unterliegen.
Durchsättigung der Welt
Der Siegeszug der Jeans ist vielleicht das beste Gleichnis dafür, wie die heutige Konsumwelt sich gewandelt hat. Denn obschon es die blauen Hosen seit 1873 gibt, dauerte es in Deutschland noch gut und gerne 80 Jahre, bis die ersten davon in den Läden zu haben waren.
Heute indes ist nicht nur die Jeans eine globale Ware, sondern buchstäblich alles andere auch. Inzwischen gibt es praktisch kein einziges Produkt mehr, das wirklich nur in einer Region angeboten wird. Der Weinfreund aus Japan kann sich seinen Moseltropfen vom Nebenerwerbswinzer ebenso nachhause liefern lassen wie es der chilenische Fan von indischen Underground-Modelabels tun kann.
Das sieht nur auf den ersten Blick wie ein Vorteil aus. Denn die Einfachheit, mit der heute alles per Web bestellt werden kann, hat dazu geführt, dass die Konsumwelt selbst mit den exotischsten Dingen übersättigt ist. Eine Übersättigung, die auch dazu führt, dass die Wertschätzung der einzelnen Ware stark abgesunken ist. Selbst das wirklich Besondere mutet gar nicht mehr so besonders an, wenn man es mit der gleichen Leichtigkeit vom Sofa aus ordern kann wie ein Stromkabel für den Fernseher.
Haben-Wollen vs. Benutzen
Nahezu alles, was man für Geld bekommen kann, ist heute nur noch ein paar Fingerwische von einer Lieferung bis nach Hause entfernt. (Foto: fotolia.com, teksomolika)
Und diese Übersättigung hat noch eine weitere Auswirkung und zwar auf psychologischer Ebene. Von dieser Warte aus betrachtet, ist Konsum nichts anderes, als das Stimulieren des Belohnungszentrums im Gehirn. Und je größer die Hürden, je länger die Vorfreude, desto größer und nachhaltiger auch die Stimulanz.
Hier tritt die dauernde Verfügbarkeit besonders negativ zutage. Denn das Belohnungs-Gefühl ist nicht primär ausschließlich mit dem Preis verknüpft, sondern viel eher mit der persönlich empfundenen Exklusivität des Produkts – welche auch, aber eben nicht zwingend, durch die finanzielle Erreichbarkeit definiert wird:
Ein Neuwagen für 20.000 Euro dürfte für denjenigen, der monatlich 1.500 Euro brutto verdient, ob des Preises sehr exklusiv sein – für denjenigen, der 10.000 Euro bekommt, jedoch viel weniger.
Ein antiquarisches Buch hat für den Literaten einen sehr exklusiven, vielleicht auch nur ideellen Wert. Für andere hingegen ist es jedoch nur ein altes Buch, welches für einige Euro verkauft wird.
Durch die dauernde Verfügbarkeit sinkt jedoch auf allen Ebenen die Exklusivität, teilweise auch völlig unabhängig vom Preis. Das führt schon heute dazu, dass viele Menschen Angebote nur noch um des Habens-Willen nutzen. Sie horten Bücher, lesen sie aber nicht. Laden exotische Musik herunter, obwohl sie nur Radio hören. Einfach nur weil sie verfügbar sind.
Der Soziologe Hartmut Rosa umschrieb es folgendermaßen: „Wir kaufen uns heute lediglich die Option, Dinge zu benutzen, also den Zugang zu vielen Dingen. Aber wir konsumieren immer weniger, weil wir leider keine Zeit mehr haben – Konsum ist ja zeitaufwendig. Außerdem gibt es immer etwas Interessanteres, was wir uns noch kaufen könnten, deshalb kommen wir gar nicht mehr dazu, das Erworbene zu benutzen.”.
Tatsächlich zeichnet sich hier schon eines der Endstadien des Konsums ab: Kaufen, ohne die Absicht zu haben, ein Produkt oder eine Dienstleistung wirklich zu nutzen. Das lässt sich auch im Trend unserer Anspargewohnheiten betrachten: Immer weniger Menschen sparen wirklich langfristig, um sich etwas Besonderes zu gönnen. Stattdessen steigen die Zahlen derer, die das Verfügbare direkt in kurzfristig erreichbaren Konsum stecken. Auch, weil es heute viel zu viele Kaufanreize gibt, die sich überdies auch noch schnell wandeln. Was man heute sieht, will man spätestens morgen haben, weil es übermorgen schon von einem neuen Reiz abgelöst sein wird.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Zinsen ausgereizt
Zwar ist die dauerhafte Verfügbarkeit von Waren zu einem erheblichen Teil für diese Situation verantwortlich. Mindestens ebenso bedeutsam ist jedoch etwas anderes: Sowohl im US-amerikanischen wie europäischen Raum sind die Leitzinsen seit der Wirtschaftskrise 2008 so niedrig wie niemals zuvor. Wer heute noch sparen will, muss sich dafür in Themen einarbeiten, die vor 20 Jahren für Laien noch keine Rolle spielten. Faktisch herrschen zwei Problemstellungen vor, die sich kaum ohne weitere Nachteile korrigieren lassen:
Das Absenken der Zinsen führte wie gewünscht zu hohem Wirtschaftswachstum, weil viel Investitionsgeld für niedrige Summen geliehen werden kann. Gleichsam führte es jedoch auch zu einer beschleunigten Inflation, weil die Preise durch das Mehr an verfügbarem Geld stiegen. Unter anderem aktuell im Hausbau-Sektor zu beobachten. Allerdings sind die momentan niedrigen Zinsen ein Joker, der nicht ewig wirkt. Es gibt auch in dieser Welt nur eine beschränkte Summe, die geliehen werden kann. Werden nun die Zinsen wieder angehoben, um die Inflation zu beruhigen, steigt die Gefahr einer Rezession.
Das Absenken der Zinsen führte dazu, dass Sparen sich nicht mehr lohnt. Faktisch frisst bereits heute die Inflationsrate die Zinsgewinne vieler Sparmöglichkeiten bei Weitem auf. Doch das Problem ist auch hier: Jeder Mensch hat nur eine eingeschränkte Summe, die er ausgeben kann. Selbst wenn er alles davon gleich in den Konsum steckt, ist die Maximalsumme gedeckelt.
Das Problem an beiden Punkten ist, dass es danach praktisch keine Steigerungsmöglichkeiten mehr gibt. Natürlich könnte eine Regierung Strafzinsen auf sämtliche Einlagen verhängen und so ihre Bürger zwingen, jeden Cent „auf den Kopf zu hauen“. Doch selbst an eine solche Extremmaßnahme würde sich die Gesellschaft gewöhnen. Damit wären zudem die Optionen, um künftige Wirtschaftskrisen zu bekämpfen, erschöpft.
Wachstum ist begrenzt
Mit der Weltwirtschaft ist es wie mit dem Essen: Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem nichts mehr in den Mund passt. Kein trivialer Vergleich. Denn jedes einzelne Land erreicht irgendwann aus rein mathematischen Gründen eine maximale Sättigung seiner Wirtschaft.
Liest man nun, dass ein zuvor geringentwickeltes Land große wirtschaftliche Fortschritte macht, wundern selbst zweistellige Wachstumsraten keineswegs; es gibt schließlich viel nachzuholen. Doch je mehr aufgeholt wurde, je höher sich die Wirtschaft entwickelt, desto weiter flachen die Wachstumsraten ab. Das zeigt sich am Beispiel Chinas: In den 1990ern wurden dort Steigerungsraten von bis zu 25 Prozent vermeldet. Heute wird schon von einem großen Erfolg gesprochen, weil das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,9 Prozent anstieg.
An diesem Punkt kann man die Welt mit einem Buffet vergleichen, an dem viele Gäste beteiligt sind: Alle Speisen des Buffets zusammen machen 100 Prozent der insgesamt möglichen Weltwirtschaftsleistung aus. Jeder isst nun, soviel er kann. Ist das Buffet leergegessen, hat jeder Gast sein absolutes Maximum erreicht.
Natürlich gibt es auf der Welt nach wie vor Staaten, in denen wirtschaftlich noch viel aufzuholen ist. Doch global betrachtet flacht das Steigerungsniveau ab. In nicht allzu ferner Zukunft könnte ein Punkt erreicht sein, an dem jedes Land sein wirtschaftliches Maximum erreicht hat. Selbst mit noch mehr Konsum kann dann kaum noch eine Steigerung generiert werden.
Dann wäre trotz aller Entwicklung das Wirtschaftswachstum im Bereich von Nullkomma-Prozenten. Die einzige Option, die dann bliebe, wäre es, die Wirtschaft künstlich zu stärken und Dinge zu produzieren, die in großen Mengen benötigt und rasch verbraucht werden. In der Vergangenheit waren oft Kriege ein solcher Triebmotor.
Dennoch: Die Welt selbst, sprich, der Planet Erde, ist auf rein physikalischer Basis nicht dafür ausgelegt, jeden „Magen“ zu 100 Prozent zu füllen. Das Maximum dürfte also schon viel früher eintreten.
Alle wollen teilhaben
Es ist den aktuell noch unterentwickelten Nationen kaum zu verübeln, dass auch sie am globalen Erfolg teilhaben möchten. (Foto: fotolia.com, santypan)
Natürlich ist es auch allzu verständlich, dass die Welt auf diesen Punkt hinsteuert. Denn von den aktuell rund 7,5 Milliarden Menschen auf dem Planeten streben alle zu dem für sie möglichen Optimum: Ein Mensch aus Sambia möchte die gleichen Annehmlichkeiten haben wie ein Franzose. Ein Kolumbianer die gleichen wie ein Kanadier.
Doch das Problem ist auch hier das Gleiche wie im vorherigen Punkt: Irgendwann hat jeder Weltenbürger ein mehr oder weniger vergleichbares Lebensniveau erreicht. Das mutet derzeit, wenn man einen Blick auf wirklich arme Länder wirft, vielleicht wie blanker Hohn an. Fakt ist aber, dass es immer weniger absolute Armut gibt. 1990 litt noch weit über eine Milliarde Menschen an Hunger, bei damals 5,3 Milliarden Erdbewohnern. Und obwohl seitdem, vor allem in armen Ländern, noch zwei Milliarden Menschen hinzukamen, hungern heute „nur noch“ 815 Millionen.
Gleiches bei der Armut: Die Zahl der Menschen, die unter der definierten Armutsgrenze von 1,90 Dollar (Kaufkraft) pro Tag lebten, sank von 44 Prozent im Jahr 1981 auf weniger als zehn Prozent Anfang der 2010er. Tendenz ungebrochen.
Obschon die umgangssprachliche Schere zwischen Arm und Reich immer weiter klafft, nähert sich die Menschheit global gesehen einer Art Optimum an, an dem der größte Teil der Menschheit zumindest Teilhabe an einem „bodenständigen Luxus“ hat.
Ressourcen
Bereits weiter oben war von den begrenzten Ressourcen unseres Planeten die Rede. Dieser Punkt ist heute tatsächlich so bedeutsam, dass er den Konsum begrenzen wird, noch lange bevor sich eine rein wirtschaftliche Sättigung einstellen wird.
Ein Beispiel von vielen sind die seltenen Erden. Ihnen sind zwei Faktoren gemein:
Sie kommen im Vergleich mit anderen Elementen nur in sehr begrenzten Mengen auf der Erde vor
Sie sind unabdingbar dafür, dass heute vor allem in der Elektronik, der Halbleiter- und Akkumulatorentechnik Produkte überhaupt funktionieren.
Dabei muss allerdings mit einem Irrglauben aufgeräumt werden, denn „Selten“ bezieht sich in diesem Fall auf den Vergleich mit beispielsweise Eisen oder Blei. Tatsächlich sind Scandium, Terbium, Thulium, Promethium und Co. wesentlich häufiger in der Erdkruste vertreten als beispielsweise Gold oder Palladium.
Allerdings: Sie haben auch eine ungleich höhere Bedeutung für die Weltwirtschaft als diese beiden Edelmetalle. Kurzgesagt, seltene Erden sind das kritische Zünglein an der Waage, weil sie maßgeblich für unzählige digitale Anwendungen sind. Ob Smartphones, die Elektrifizierung des Verkehrs der Zukunft oder bei der Digitalisierung des Haushaltes – ohne seltene Erden sind diese Schritte nicht möglich.
Problematisch ist, dass die seltenen Erden zumindest so selten sind, dass sie es verunmöglichen:
die Zahlen der heute weltweit fahrenden PKW von rund 1,3 Milliarden Stück eins zu eins auf elektrische Automobile umzustellen.
jedem Erdenbürger ein Smartphone zur Verfügung zu stellen.
die komplette Elektrifizierung der Welt auf die erneuerbaren Energien Windkraft und Photovoltaik umzustellen.
Nun war es in der Geschichte der Menschheit immer wieder so, dass bestimmte Produkte vergleichsweise knapp waren. Allerdings hatte keines davon für das globale Fortkommen eine so umfassende Bedeutung wie die seltenen Erden.
Auch hier ist also der Konsum stark gefährdet. Dies nicht nur, weil sich die Förderung dieser Metalle mit einem gesteigerten Umweltbewusstsein schneidet, sondern weil es selbst bei einer Ausbeutung sämtlicher Ressourcen vollkommen unmöglich wäre, alle Menschen gleichermaßen zu versorgen.
Politische Härten, digitale Herausforderungen
All diese genannten Gründe sind auch der Triebmotor dafür, warum aktuell in den Medien immer öfter von Dingen wie dem bedingungslosen Grundeinkommen zu hören ist. Denn die Menschheit bewegt sich auf einen Punkt zu, an dem die bislang seit Jahrhunderten funktionierenden Modelle von Produktion, Angebot und Nachfrage zu kippen drohen.
Dabei ist es eben nicht nur so, dass das Angebot längst jeden Rahmen des wirklich Notwendigen gesprengt hat. Umgekehrt steht die Welt durch die Digitalisierung vor einem der größten Risiken für die Erwerbsarbeit. Global sind mehr als 25 Prozent aller Jobs davon bedroht, in den kommenden Jahrzehnten auf die eine oder andere Weise durch digitale Prozesse ersetzt zu werden. Schon für einzelne Volkswirtschaften ist das ein gigantisches Problem.
Doch weil es die gesamte Welt bedroht, sind die Maßstäbe hier ungleich höher. Länder, die noch heute als „Werkbank der Welt“ dienen, wo relativ einfache Arbeiten für geringe Löhne durchgeführt werden, wie etwa (noch) in China oder Indien, werden als erste darunter leiden, wenn solche Jobs von Maschinen zu noch günstigeren Konditionen durchgeführt werden können.
Doch je weiter die Entwicklung fortschreitet, desto mehr der Berufe, die auch heute noch als sicher gelten, werden ebenfalls betroffen sein. Morgen mag es der Roboter sein, der den Angestellten im chinesischen Handy-Hersteller-Werk ihre Arbeit wegnimmt. Übermorgen könnten es jedoch ebenso gut die Lehrer sein, die Köche, die Erzieher – überall auf der Welt.
Das Ergebnis daraus bezeichnen nicht nur Wirtschaftsexperten als eine der schwierigsten Herausforderungen der Menschheitsgeschichte. Wenn bislang die Maschinen Arbeit übernahmen, dann immer nur in einzelnen Teilbereichen. Doch in der Digitalisierung steckt erstmals das Potenzial, einen Großteil der weltweiten Arbeitnehmer „überflüssig“ zu machen.
Lösungen für dieses Problem bislang ungekannter Arbeitslosenarmeen zu finden, sind einerseits eine politische Aufgabe. Aber auch die Gesellschaft trägt hier eine Verantwortung für die Zukunft. Doch bislang zeichnen sich hier weder tragfähige Ansätze ab, noch die dazu notwendige globale Zusammenarbeit zwischen Nationen, Politikern und der Wirtschaft.
Fazit
Das seit Jahrtausenden funktionierende Prinzip von Angebot, Nachfrage und Wachstum nähert sich unaufhörlich und immer schneller seinem Gipfelpunkt an. Die Konsumwelt, wie wir sie heute kennen, ist mit all ihren Ausprägungen nur eines: Der Versuch, Wachstum aufrecht zu erhalten, obwohl die meisten Menschen oft ein Vielfaches dessen besitzen, was auch nur im breitesten Rahmen noch sinnvoll und notwendig ist. Schon die steigende Erdbevölkerung zusammen mit den begrenzten Ressourcen wird künftig selbst kleinste Wachstumsschritte zum unsagbaren Kraftakt werden lassen. Das übersättigte Leben, wie wir es heute kennen, hat ein Ablaufdatum.
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