Wissenschaftler der Stanford University in Kalifornien haben eine Möglichkeit entwickelt, Nieren zu verpflanzen, ohne dass sie vom Organismus des Empfängers wieder abgestoßen werden. Normalerweise sucht das Immunsystem nach fremden Zellen, die es dann angreift – es sei denn, das Immunsystem wird mit Medikamenten stark unterdrückt. Bei der neuen Methode der Forscher um Samuel Strober erhält der Patient nach der Operation zwar auch kurzfristig Medikamente, anschließend wird er aber in kleinen Dosen bestrahlt. Gleichzeitig verabreichen die Mediziner ein Präparat, dass diejenigen Zellen reduziert, die für einen Angriff des Immunsystems empfänglich sind. Anschließend werden dem Empfänger Blutstammzellen des Spenders injiziert. Diese Stammzellen bilden im Knochenmark neues Blut und Immunzellen, die sich mit den Immunzellen des Patienten vermischen. Strober: „Auf diese Weise kommt es zu keiner Abstoßung des Spenderorgans.” Die Vorteile des neuen Verfahrens liegen auf der Hand: Es ist nicht mehr nötig, lebenslang Medikamente einzunehmen und außerdem muss der Spender mit dem Empfänger nicht mehr verwandt sein. Die Behandlung wurde bereits an vier Patienten durchgeführt, zwei von ihnen benötigen keine Medikamente mehr.
Hans Groth




