
Ihre These: Die Folgen des Klimawandels treffen vor allem die Armen und vergrößern somit die Kluft zwischen Arm und Reich. So leidet etwa Schwarzafrika stärker unter den Veränderungen als Deutschland oder die USA. Aber auch in den Industrienationen vertieft der Klimawandel die soziale Kluft, weil arme Menschen sich kaum helfen können und auch weniger Hilfe zu erwarten haben. Ein Ökonom würde vielleicht von den Folgen des Neoliberalismus sprechen. Otto hat ein neues Wort geprägt, das die Wurzel des Übels weiter fasst: das „kolonialfossile“ Narrativ. Sie schlägt damit einen Bogen von der Kolonialzeit bis zum heutigen Kapitalismus. Mit acht Beispielen verdeutlicht sie ihre Gesellschaftskritik, von einer extremen Hitzewelle in Kanada über eine Dürre in Südafrika bis zu Sturzfluten in Deutschland. Das Buch ist leicht zu lesen, allerdings kommt der Lesefluss durch die vielen Gendersternchen oft ins Stocken. Klaus Jacob
Friederike Otto
Klimaungerechtigkeit
Ullstein, 333 S., € 22,99
ISBN 978-3-550-20244-5




