Die Klimaerwärmung wird in den nächsten 100 Jahren einen größeren Einfluss auf die Erdrotation ausüben, wie eine Gruppe um Olivier de Viron von der Königlichen Sternwarte in Brüssel mit Computermodellen berechnet hat. Demnach werden die Tage Ende dieses Jahrhunderts um 110 Millionstel einer Sekunde länger sein als heute. Die Forscher gehen bei ihren Berechnungen von einer jährlichen Zunahme des Kohlendioxid-Gehalts der Atmosphäre um ein Prozent aus. Der Grund für die zunehmende Tageslänge wäre zum einen die vorhergesagte Verstärkung der ostwärts gerichteten Winde und zum anderen die prognostizierte geringe Abnahme des durchschnittlichen Luftdrucks, die für eine leichte Anhebung der Land- und Wassermassen sorgen würde – entsprechend dem Effekt einer Eiskunstläuferin, die ihre Arme ausbreitet und sich deshalb langsamer dreht.
Axel Tillemans




