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Klima: Meeresoberflächen brechen Temperaturrekord
Erde & Umwelt

Klima: Meeresoberflächen brechen Temperaturrekord

Die Oberfläche der Ozeane ist zurzeit wärmer als jemals zuvor um diese Jahreszeit gemessen. · Foto: © Copernicus/ MyOceanHealth

Rekordhitze auch im Meer: Die Weltmeere sind zurzeit wärmer als jemals zuvor um diese Jahreszeit gemessen. Am 21. Juni lagen die Oberflächentemperaturen der Ozeane im globalen Mittel bei 21 Grad – das ist ein neuer Rekord, wie Messungen zweier europäischer Klimadienste bestätigen. Ursache für die neuen Rekordwerte sind der beginnende El Niño im Pazifik, aber auch der Klimawandel und die mit ihm verbundenen hohen Lufttemperaturen.
Autor
Nadja Podbregar
01. Juli 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Ozeane sind die wichtigsten Klimapuffer unseres Planeten: Sie nehmen rund 90 Prozent der vom Klimawandel erzeugten Wärme auf und sorgen für eine Kühlung der Landmassen – eigentlich. Doch die Kühlwirkung der Meere schwindet: Als Folge des Klimawandels heizt sich auch das Meerwasser immer stärker auf, marine Hitzewellen nehmen zu, Meeresströmungen verändern sich und auch die Durchmischung der Meeresschichten stagniert. In den letzten Jahren erreichen die Oberflächentemperaturen der Meere dadurch immer neue Rekordwerte.

So warm wie nie zuvor um diese Zeit gemessen

Jetzt wurde erneut ein Rekord gebrochen: Die Meeresoberfläche ist zurzeit wärmer als jemals zuvor in dieser Jahreszeit gemessen, wie Messdaten des Copernicus Climate Change Service (C3S) und des Copernicus Marine Service (CMEMS) zeigen. Die beiden europäischen Klimadienste messen unabhängig voneinander täglich die Oberflächentemperaturen der Meere. Am 21. Juni 2026 ermittelten beide Dienste einen globalen Tagesmittelwert von rund 21 Grad für die Meeresoberflächentemperaturen.

Das ist ein neuer Temperaturrekord für den Frühsommer. Schon in den vergangenen drei Jahren lag die globale Meeresoberflächentemperatur zwischen dem 60. nördlichen und dem 60. südlichen Breitengrad um 0,35 bis 0,73 Grad über dem langjährigen Durchschnitt, wie Copernicus berichtet. In diesem Juni hat sich die Meeresoberfläche weiter erwärmt und liegt nun 0,1 Grad über den Werten der beiden Rekordjahre 2023 und 2024.

Temperaturkurven Meere

Rekordwerte für die Meeresoberflächentemperaturen, unabhängig voneinander gemessen vom Copernicus Climate Change Service (links) und dem Copernicus Marine Service. — © C3C/ECMWF; Copernicus Marine

Klimawandel und ein Super-El-Niño

Nach Ansicht der Klimaforscher ist dieser neue Rekord kein bloßer Ausreißer: „Die aktuellen Bedingungen könnten auf den Beginn einer neuen Phase hindeuten, die uns wieder einmal in unbekanntes Terrain führen wird“, sagt Carlo Buontempo, Leiter des Copernicus Climate Change Service. Er und seine Kollegen erwarten, dass sich die beispiellose Erwärmung der Ozeane in den kommenden Wochen und Monaten noch weiter verstärken wird.

Ursache der aktuellen Überhitzung der Weltmeere ist laut Copernicus eine Kombination aus der langfristigen Erwärmung durch den Klimawandel und dem kurzfristigen Klimaphänomen El Niño. Dieses heizt alle paar Jahre den zentralen Pazifik anomal stark auf und verändert Meeresströmungen und Winde über dem gesamten Pazifikraum. Bereits im Frühjahr sagten Klimaforscher voraus, dass in diesem Sommer ein besonders starker El Niño beginnen könnte.

Einen solchen „Super-El-Niño“ bestätigen nun auch die saisonalen Vorhersagemodelle des Copernicus Climate Change Service. Demnach wird der El Niño in diesem Jahr so stark ausfallen wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Folgen für Wetter und Klima weltweit

„Angesichts dieser Meerestemperaturen und des sich abzeichnenden El-Niño-Ereignisses werden in den kommenden Monaten wahrscheinlich weitere Temperaturrekorde gebrochen“, prognostiziert Buontempo. Die immer stärkere Erhitzung der Ozeane wiederum hat Folgen für die marinen Ökosysteme, aber auch für das globale Klima und regionale Wetterverläufe: Weil die Meere weniger Kühlung bieten und sich Luftströmungen verändern, könnten Europa und anderen Regionen weitere Hitzewellen bevorstehen.

Zudem verdunstet aus den aufgeheizten Meeren mehr Wasser und gelangt als Wasserdampf in die Atmosphäre, dies verleiht Stürmen zusätzliche Energie und erhöht das Risiko für extreme Starkregen und Sturmfluten. Die Erwärmung der Ozeane trägt zudem zum Anstieg des Meeresspiegels und zum Abschmelzen von Eisflächen bei – schon jetzt hat auch der Meeresspiegelanstieg Rekordwerte erreicht.

Quelle: Copernicus Marine Service/ Copernicus Climate Change Service

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