Das Klima steht auf der Kippe – denn Treibhausgase in der Atmosphäre heizen der Wettermaschine kräftig ein. Drohende Folgen: Der Meeresspiegel steigt, es kommt zu Dürren und Überschwemmungen, heftige Stürme wüten, Klimazonen verschieben sich. Das Klimaexperiment, das der Mensch arglos gestartet hat, scheint außer Kontrolle zu geraten. Trotz der düsteren Aussichten stimmt Hartmut Graßl, bis Herbst 1999 Chefklimatologe der Uno, nicht in den Chor der Zukunftspessimisten ein. „Klimaschutz macht Spaß”, meint er und macht Vorschläge, wie die „Wetterwende” zu meistern sei. Zuvor beschreibt er in verständlicher Sprache den Stand der Klimaforschung, bilanziert die Emissionen, die der Mensch verursacht, bewertet die Klimamodelle und sagt, was uns blüht. Das macht er bisweilen unkonventionell, wenn er etwa ein Kapitel dem „sehr geehrten Herrn Bundeskanzler” widmet oder sein eigenes Verhalten in Sachen Klimaschutz kritisch unter die Lupe nimmt. Graßl bündelt sein Anliegen in „zwölf Thesen”: Er fordert zum Beispiel ehrliche Energiepreise und die konsequente Anwendung des Verursacherprinzips. Namhafte Fachkollegen haben das Buch mit speziellen Aspekten ergänzt: etwa die Pegelschwankungen am Kaspischen Meer, die zunehmende Hochwassergefahr an den Flüssen, die rasante Erwärmung im Nordosten Kanadas oder das Klimaphänomen El Ni˜no. Das Buch liest sich fast wie ein Krimi – und bietet dabei seriöse Information.
Hartmut Graßl WETTERWENDE Vision: Globaler Klimaschutz Campus Frankfurt 1999 240 S., DM 36,–
Klaus Jacob / Hartmut Graßl




