„In Zeiten der Finanzkrise muss man den notleidenden Banken unter die Arme greifen”, sagte meine Tante Klara und schleppte mit sichtlicher Mühe eine Fünf-Liter-Flasche herbei, die einmal Cognac enthalten hatte und nun bis zum Rand mit Kleingeld gefüllt war. Ächzend stellte sie die Flasche auf den Küchentisch. Ich sah sie verständnislos an. „Wenn du regelmäßig die Zeitung lesen würdest, wüsstest du, dass die Banken frisches Geld brauchen, und das sollen sie von mir bekommen”, erklärte sie mir. Vorsichtig kippte sie die Münzen auf den Tisch und begann, sie zu sortieren und zu stapeln. „Willst du nur Maulaffen feilhalten?”, fragte sie und sah mich über den Rand ihrer Brille streng an. „Setz dich hin und hilf mir!” Ich gehorchte. Schweigend arbeiteten wir eine Viertelstunde lang, dann sagte meine Tante: „Ich habe in den letzten Jahren jeden Abend das Kleingeld aus meinem Portemonnaie genommen und in diese Flasche gesteckt. Damit wollte ich später meinen Großnichten Hochzeitsschuhe kaufen. Selbst denken die Mädchen ja heutzutage nicht mehr daran, rechtzeitig mit dem Sammeln von Münzen zu beginnen.” „Aber Tante Klara”, wandte ich ein, „wir leben doch nicht mehr im 19. Jahrhundert.” „Na siehst du!”, erwiderte sie. Ich konnte ihrer Logik nicht folgen, sagte aber lieber nichts. „Aber daraus wird nun nichts mehr, denn ich werde das Geld zur Bank bringen, um mein Scherflein zu ihrer Rettung beizutragen.” Fünf Liter Kleingeld zu zählen dauert länger, als man sich das vorstellt. Der Münzberg auf dem Küchentisch wollte einfach nicht schrumpfen. Nach einer Dreiviertelstunde sagte Tante Klara: „Wir haben eine kleine Pause verdient. Ich werde uns einen Kaffee kochen.” Während sie den Kaffee zubereitete, spielte ich mit dem Münzgeld herum. Ohne weiter darüber nachzudenken, hatte ich mir je eine der acht verschiedenen Euro- und Cent-Münzen genommen und sie der Größe nach so nebeneinander gelegt, dass sie die vordere Tischkante berührten. Dann brachte ich sie in eine andere Reihenfolge und stellte verblüfft fest, dass die Münzkette dadurch ein wenig kürzer geworden war. Ich überlegte gerade, in welcher Reihenfolge die acht Münzen liegen müssten, um die Kette so kurz wie möglich zu machen, als meine Tante mit dem Kaffee kam und ich nicht mehr weiter darüber nachdenken konnte. Wissen Sie die Antwort? Die acht Münzen haben übrigens folgende Durchmesser (in Millimetern): 1 Cent: 16,25 – 2 Cent: 18,75 – 5 Cent: 21,25 – 10 Cent: 19,75 – 20 Cent: 22,25 – 50 Cent: 24,25 – 1 Euro: 23,25 und 2 Euro: 25,75.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. August 2009 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 08|09″
Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im November-Heft 2009 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist das Monokular MiniQuick 5 x 10 T* von Zeiss in einer Weichledertasche. Es bietet eine fünffache Vergrößerung, ist extrem leicht (23 Gramm), kompakt (nur 11,3 Zentimeter lang), spritzwasserdicht und lässt sich wie ein Füllfederhalter überallhin mitnehmen. Mehr unter: www.zeiss.de. Außerdem gibt es das Buch „Astronomie” der Astronomie-Journalisten und begeisterten Amateur-Astronomen Mark Emmerich und Sven Melchert zu gewinnen. Es führt in alle Bereiche der modernen Himmelsforschung ein: Raumfahrt, Sonnensystem, Sterne, Galaxien und Kosmologie. Außerdem enthält es viele praktische Tipps für eigene Beobachtungen. Sternkarten für jeden Monat runden das mit zahlreichen aktuellen Farbfotos und schönen Grafiken ausgestattete Buch ab – ein Highlight im Internationalen Jahr der Astronomie. Mehr unter www.kosmos.de




