Ältere Menschen haben oft den Eindruck, dass die Zeit im Vergleich zu früher wesentlich schneller vergeht. Was hinter dem „ Phänomen der fliegenden Zeit” steckt, hat nun eine Forschergruppe aus Berlin und Erlangen ergründet.
In ihrer Testanordnung mussten 33 Personen im Alter zwischen 19 und 80 Jahren verschiedene Aufgaben bewältigen. Beispielsweise sollten sie die Dauer abschätzen, die eine Glühbirne auf dem Computerbildschirm aufleuchtete (zwischen 2 und 109 Sekunden).
In einem weiteren Test ging es darum, Zeit zu „reproduzieren”: Die Birne leuchtete für eine bestimmte Dauer, bevor sie von selbst erlosch. Danach sollten die Probanden sie möglichst genauso lang per Tastendruck leuchten lassen.
Die Ergebnisse zeigten eindeutig: Je älter die Probanden waren, desto länger schätzten sie die Glühdauer der Birne ein. Auch die von ihnen reproduzierten Zeitintervalle waren deutlich länger als bei jüngeren Probanden.
Ältere Menschen neigen also dazu, eine vorgegebene Zeitspanne zu überschätzen. Daher vergeht für sie in einem objektiv vorgegebenen Zeitrahmen subjektiv mehr Zeit als bei jüngeren – die Zeit rast scheinbar an ihnen vorbei. Weiteren Ergebnissen der Untersuchung zufolge scheint dieser Effekt auf der mit dem Alter nachlassenden Leistungsfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses zu beruhen.





