Das Umweltbundesamt (UBA) in Berlin hat dem Stand-by-Betrieb den Kampf angesagt. Der Grund: Der Stromverbrauch durch sogenannte Leerlaufverluste von Elektrogeräten im Bereitschaftsbetrieb kostet in Deutschland inzwischen rund 4,5 Milliarden Mark pro Jahr. Die größten Stromfresser sind dabei Warmwasserspeicher und Unterhaltungselektronik. Mit Broschüren und Faltblättern will das UBA deshalb Aufklärungsarbeit leisten und die Verbraucher dazu bringen, wertvolle Energie einzusparen, indem sie ihre Geräte bei Nichtgebrauch ganz abschalten. Dabei nehmen es die Beamten allerdings sehr genau: Nach einer Aufstellung der Behörde gehören auch schnurlose Telefone, Faxgeräte und Radiowecker zu den schlimmsten Energieverschwendern in deutschen Haushalten (siehe Grafik).
Nun fragt sich natürlich der verdutzte Leser einer solchen Aufstellung, worin der Sinn eines abgeschalteten Telefons oder Faxgerätes liegt – ist es denn nicht gerade der Zweck dieser Erfindungen, für seine Umwelt erreichbar zu sein? Auch einen Radiowecker ganz vom Stromnetz zu trennen, bereitet in den meisten Fällen eher ziemlichen Verdruß. Schließlich muß man beim Einschalten – so man es nicht ganz vergißt und am nächsten Tag verschläft – jedesmal die Zeit neu programmieren.
Doch das UBA läßt sich von solchen Argumenten wenig beeindrucken und wiegelt ab. Behördensprecher Karsten Klenner sagt lapidar: „Wir wollen den Leuten doch nur zeigen, welche Geräte im Stand-by-Betrieb wieviel Strom verbrauchen.”
bild der wissenschaft meint: Wenn es den beamten wirklich um Stromsparen geht, sind solche Zahlen, wie sie die Berliner unters Volk bringen, alles andere als hilfreich.
Hans Groth




