Herr Dr. Jedermann, was hat es mit Ihrem „ intelligenten Container” auf sich?
Bis zu 30 Prozent der Lebensmittel verderben während des Transports. Diesen Anteil wollen wir verringern. Im intelligenten Container sind 20 Sensoren eingebaut, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen. Diese Informationen sind über das Internet abrufbar. Der intelligente Container war im September 2009 erstmals im Einsatz: Er beförderte Bananen von Costa Rica nach Deutschland.
Was waren die größten Schwierigkeiten?
Die Bananen dämpften die Signale. Die Sensoren in den Bananenkisten konnten deshalb nicht direkt an die Basisstation im Container senden. Die Nachrichten mussten von anderen Sensoren weitergeleitet werden. Diese Technik war nicht einfach zu implementieren.
Welche Bedeutung hat dieser erste Test langfristig für die Wirtschaft?
Es geht darum, Waren mit geringer Resthaltbarkeit zu erkennen. Sie sollten rasch in den Verkauf kommen, während die anderen erst einmal ins Lager können. Wenn sich eine kontinuierliche Qualitätsüberwachung für Waren schaffen ließe, könnten wir diesem Ziel ein Stück näher kommen. Das gilt etwa auch für Erdbeeren aus Spanien und Blumen aus Holland.
Und wie geht die Forschung weiter?
In Richtung Miniaturisierung. Die Datenauswertung soll immer weiter in das Sensornetz verlagert werden. Die Sensoren müssten dann deutlich weniger kommunizieren – nämlich nur noch Warnmeldungen an die Basisstation schicken statt regelmäßiger Temperaturdaten.
Wie sah Ihre Arbeit in Costa Rica aus?
Zusammen mit der US-Lebensmittelfirma Dole haben wir zwei Container mit Sensoren ausgestattet. Nach dem Verpacken der Bananen und dem Verladen der Container aufs Schiff konnten wir nur noch hoffen, dass die Daten ankommen.




