Dabei fing alles so friedlich an. Aus der Steinzeit kennt man kaum Hinweise auf kollektive Gewalt – vielleicht, weil die Populationen damals klein waren und weit verstreut lagen. Erst im zweiten vorchristlichen Jahrtausend begann die Militarisierung mit der Verbreitung der Bronze. Auf dem Weg zu dieser Hypothese unternimmt der Autor Abstecher in Psychologie und Völkerkunde. Der Besuch bei gewaltfrei lebenden Ethnien wie den Semai in Neuguinea und den Ifaluk auf einem Atoll im Pazifik gehört zu den spannendsten Abschnitten des Buchs. Diese Gruppen “führen vor Augen, welches humane Potenzial im Laufe der menschlichen Entwicklung verschüttet worden ist”, meint der Althistoriker.
Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Armin Eich nimmt den Leser mit in die Todeszone einer Schlacht zwischen griechischen Hopliten und beschreibt das Gemetzel bisweilen verstörend detailliert. Leider ist der Weg zurück in die recht friedliche Altsteinzeit versperrt. Denn eine einmal militarisierte Gesellschaft findet nur unter großen Schwierigkeiten in den entmilitarisierten Zustand zurück, lautet Eichs ernüchterndes Resümee.




