Wie oft waren Sie schon in Mexiko, Herr Prof. Stinnesbeck?
Ich habe von 1987 bis 1996 zehn Jahre in Mexiko gelebt. Im Anschluss daran war ich jedes Jahr mindestens drei Mal in Mexiko.
Und wie oft waren Sie mit Ihren Studenten dort?
Seit 2000 habe ich jedes Jahr eine Gruppe mitgenommen. Jetzt in Heidelberg ist eine Mexiko-Exkursion sogar ein fester Bestandteil im Masterstudiengang. Alle kommen begeistert zurück. Im März fliege ich wieder mit acht Leuten dorthin. Auf unserer geologischen Exkursion führen wir uns vor Augen, wie sich das Land erdgeschichtlich zu dem entwickelt hat, was es heute ist: Warum wir dort die Sierra Madre mit 3500 Meter hohen Bergen haben. Warum es dort – am damaligen südlichen Ende des Nordamerikanischen Kontinents – so viele Dinosaurier gab.
Gibt es unter den Studenten Vorbehalte wegen der Sicherheit?
Bei den Vorbereitungen kommen immer wieder entsprechende Fragen. Hinterher stellen dann alle übereinstimmend fest, sie hätten sich die Sicherheitslage nicht so entspannt vorgestellt. Die Menschen in Saltillo und der wüstenhaften Umgebung sind zurückhaltend und uns gegenüber stets sehr freundlich. Touristen kommen nur selten dort hin.
Hatten Sie selbst einmal eine gefährliche Begegnung?
Nie. Kritischen Situationen ereignen sich fast nur nachts und in größeren Städten. Zu der Zeit bin ich dort nicht unterwegs – schon gar nicht mit meinen Studenten oder der Lesergruppe. In der Chihuahua-Wüste, wo unsere Dinosaurier liegen, gibt es nichts zu holen. Touristisch ist diese Region völlig verkannt. Der zweite Teil unserer bdw-Leserreise geht nach Yukatan in die Riviera Maya, die jedes Jahr mindestens zehn Millionen Menschen besuchen. Auch dort gibt es keine Bandenkriminalität.
Sie sind von Hause aus Geologe. Wie kamen Sie zur Paläontologie, zur Wissenschaft der Lebewesen vergangener Epochen?




Sie arbeiten sehr eng mit dem Dinosaurierforscher Eberhard Frey zusammen, dem anderen wissenschaftlichen Begleiter der bdw-Leserreise im kommenden September. Wie kamen Sie mit Prof. Frey zusammen?
