Ihre beiden Eltern sind Soziologen, die Geschwister Architekt und Designerin, doch die 1966 geborene Julia Fischer schlug aus der Art: Nach einigen Semestern Lateinamerikanistik wandte sie sich der Biologie zu. Obwohl nach eigenen Angaben „nicht so eine klassische Tierliebhaberin”, beobachtete sie jahrelang Berberaffen und leitete ein Paviancamp in Botswana. Bei ihren Freilandstudien zu den Alarmrufen der Affen musste sie stets selbst darauf achten, „nicht vom Löwen gefressen zu werden”. Weniger gefährlich waren ihre viel beachteten Experimente mit dem Border-Collie „Rico” (Bild), der die Namen von mehr als 250 Spielzeugteilen versteht und stets neue dazu lernt. Seit November 2004 ist Julia Fischer Professorin für Kognitive Ethologie an der Universität Göttingen und dem dortigen Deutschen Primatenzentrum. „Soziale Kommunikation” und die Ursprünge des menschlichen Sprachvermögens interessieren sie am meisten – vielleicht doch ein Erbe der sozialpolitisch engagierten Eltern. JR




