In seine erste moralische Bredouille geriet er als Zwölfjähriger: Während einer Schuldebatte wusste Joshua Greene keine Antwort auf die Frage, warum es unakzeptabel sei, einen Menschen zu töten, wenn doch dessen Organe sechs anderen das Leben retten würden. Heute bringt der 37-Jährige als Leiter des Moral-Labors der Harvard University andere in gedankliche Schwitzkästen. Greene ist Philosoph, Psychologe und einer der weltweit führenden Wissenschaftler für kognitive Entscheidungsfindung. Er zeigte als Erster, welche Gehirnregionen bei einem moralischen Dilemma eine Rolle spielen. Sein Fazit: Es gibt keine oberste „Moral-Region”. Wir müssen uns stets zwischen gegensätzlichen Neigungen entscheiden, zwischen Intuition und Ratio.





