Sie planen eine große Reise in ein für Sie fremdes Land. Die Ausgaben dafür haben Sie im Blick, wissen aber auch, dass die Reise am Ende mehr kosten wird, als Sie geplant haben. Sie bereiten sich intensiv vor auf das, was Sie erleben könnten. Trotzdem ist Ihnen klar, dass Unvorhergesehenes auf Sie zukommt. Sie gehen davon aus, dass alles gut geht und Sie durch die Reise viele unvergessliche Eindrücke mitbringen und später anderen vorschwärmen können, wie wunderschön alles war.
Viele von uns starten jedes Jahr voller Zuversicht in den Urlaub. Doch wenn es darum geht, unser Land zukunftsfähig zu gestalten, uns gewissermaßen auf eine anspruchsvolle Binnenreise zu begeben, sind wir verzagt. An der Energiewende beispielsweise lassen Heerscharen von Experten und Bundesbürgern kein gutes Haar: zu schwierig, zu teuer, nutzlos, unverantwortlich! So lautet der Tenor 1000 Tage nach dem vom Bundestag am 30. Juni 2011 beschlossenen Atomausstieg.
Dabei stünde uns Zuversicht auch hier gut zu Gesicht. Es gibt nicht viele Nationen auf dieser Welt, die eine solche Bandbreite an gut ausgebildeten, erfindungsreichen Energiefachleuten vorzuweisen haben. Es gibt nicht viele bevölkerungsstarke Staaten, die über einen so breiten politischen Konsens zur Notwendigkeit einer umweltverträglichen Energieversorgung verfügen. Es gibt nicht viele Länder, die wie Deutschland wohlhabend genug sind, um die gewiss anspruchsvollen Finanzmittel für die energetische Zukunftsvorsorge aufbringen zu können. Auch wenn uns manches noch nebulös erscheint, können wir stolz auf das sein, was uns in den vergangenen Jahren im Hinblick auf eine umweltfreundlichere Energieversorgung gelungen ist. Viele weitere umweltschonende Perspektiven sind ausgemacht, und die Projekte werden angegangen. Die wichtigsten davon stellen wir Ihnen in der aktuellen Titelgeschichte vor.
Ich bin überzeugt, dass wir auch noch in zehn Jahren eine sichere und bezahlbare Energieversorgung haben. Mit den Anstrengungen, die notwendige Energie künftig umwelt- und ressourcenschonender zu erzeugen, machen wir uns überdies unabhängiger von Importenergien und damit auch von irgendwelchen Kartellen. Was die Kritik an der EEG-Umlage angeht, noch ein flottes Beispiel: Ein durchschnittlicher Haushalt, der 3500 Kilowatt Strom im Jahr verbraucht, könnte die Extrakosten schon dadurch kompensieren, dass ein Familienmitglied wöchentlich auf eine Halbe Bier in der Kneipe verzichtet.
Und noch etwas Besonderes: Anlässlich des 50-jährigen Bestehens initiiert bild der wissenschaft zusammen mit der experimenta Heilbronn einen Super- Science-Slam. Kommen Sie doch einfach vorbei am 16. Mai. Schauen Sie, erleben Sie, staunen Sie. Die bdw-Redaktion erwartet Sie in Heilbronn. Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7.





