„Cool sein” – das ist bei Jugendlichen ein geflügeltes Wort. Wer nie Gefühlsregungen zeigt und immer eine abgeklärte Miene zur Schau trägt, der gilt als toller Typ – echt cool eben. Die amerikanischen Wissenschaftler Jane Richards und James Gross haben dieses Zeitgeist-Phänomen jetzt näher untersucht. In ihrer Studie kamen die Psychologen dabei zu einem wenig schmeichelhaften Ergebnis für die Pokerface- Träger: Sie haben ein schlechtes Gedächtnis. Richards und Gross zeigten 52 Versuchspersonen einen Film. Eine Hälfte der Probanden wurde gebeten, sich während des Betrachtens keine Gefühlsregungen anmerken zu lassen. Die andere Hälfte sollte sich den Film einfach nur aufmerksam ansehen. Danach mußten beide Gruppen das Gesehene wiedergeben. Dabei konnten sich die „coolen” Versuchspersonen deutlich schlechter an die Dialoge im Film erinnern. Erklärung der Forscher: Nie Gefühle zu zeigen, kostet Kraft. Andauernde Selbstbeobachtung und Selbstkorrektur geht auf Kosten der Gedächtnisleistung. Ziemlich „uncool” eigentlich.
Hans Groth




