bild der wissenschaft: Was ist das Ziel des neuen Angebots der Deutschen Telekom?
Genz: T-DSL via Internet ist konzipiert als komplementäres Angebot zu einem T-DSL-Anschluss. Es empfiehlt sich für Internet-Nutzer, bei denen ein Festnetz-T-DSL-Anschluss nicht möglich ist – weil sie ganz oder teilweise per Glasfaser ans Telefonnetz angeschlossen sind oder zu weit von der nächsten Vermittlungsstelle entfernt wohnen.
bdw: Wo liegt die Grenze für die Entfernung zur Vermittlungsstelle?
Genz: Die Grenze liegt bei drei bis vier Kilometern. Vor allem in einigen ländlichen Regionen ist sie teilweise deutlich größer. Dort kann durch die Dämpfung der Signale in der Kupferleitung die Übertragungsrate von 768 Kilobit pro Sekunde für einen Festnetz-T-DSL-Anschluss nicht garantiert werden.
bdw: Warum läuft der Datentransport beim Satellitenanschluss der Deutschen Telekom nur in einer Richtung über Satellit?
Genz: Der Grund ist die begrenzte Kapazität des Transponders, der den Datenverkehr zwischen dem terrestrischen Netz und dem Satelliten abwickelt. Mehr als einige 100000 Internet-Verbindungen gleichzeitig kann der Transponder nicht bewältigen. Das ist auch der Grund, weshalb Kunden, wenn sie das in der Grundgebühr enthaltene Übertragungsvolumen von 500 Megabyte pro Monat überschritten haben, beim Herunterladen von Daten mit einer geringeren Bandbreite rechnen müssen. Wenn der Transponder des Satelliten nahe seiner Kapazitätsgrenze arbeitet, muss man in diesem Fall vielleicht einige Sekunden länger warten. Bei den derzeit noch geringen Nutzerzahlen ist dies aber sicher nicht der Fall.
bdw: Hat die Telekom Pläne für noch schnellere Nachfolgesysteme für DSL und Satellit?
Genz: Nein, derzeit nicht. Doch ab Herbst dieses Jahres kommt der Doppelturbo im Festnetzbereich mit 1,5 Megabit pro Sekunde Downstream. Es wird außerdem darüber nachgedacht, die Netze der Kunden mit Glasfaseranbindung so umzurüsten, dass auch solche Haushalte einen Festnetz-DSL-Anschluss erhalten können. Falls dies realisiert werden sollte, wird es aber sicher noch mehrere Jahre dauern, bis alle Glasfaser-Telefonanschlüsse von Interessenten entsprechend aufgerüstet sind.
Walter Genz / Ralf Butscher




