Dafür will Beutelspacher – selbst Mathematiker – den Beweis antreten. “Wenn man die mathematische Sprache hört, schaltet man sofort ab …”, zitiert er den Nichtmathematiker und bemüht sich deshalb, Formeln und dergleichen zu vermeiden. Was ihm nicht immer gelingt – leider gleich auf den ersten Seiten.
Zum Glück halten die vielen verblüffenden Beispiele, die oft unterhaltsamen Interviews, Streitgespräche oder gar eine “Komödie in fünf Akten” über das Thema “Auf der Suche nach der angewandten Mathematik” das Interesse wach, und es gibt am laufenden Band Aha-Effekte.
Manche Seiten sehen zwar ähnlich aus wie in einem Mathebuch, die meisten aber sind ausgesprochen ansprechend: Da geht es um magische Zahlen, Zaubertricks, Fußbälle, Witze, Anekdoten und Geheimschriften, garniert mit hübschen Zeichnungen. Eine kleine Kostprobe: “In jeden Koffer passen unendlich viele Taschentücher. Beweis: Eines paßt immer noch rein.”
Für Mathematik-Liebhaber ist das Büchlein sicherlich ein Zuckerschlecken. Ob der Autor jedoch wirklich aus Mathematik-Geschädigten glühende Verehrer der Rechenkunst und Logik machen kann – da habe ich meine Zweifel.
Albrecht Beutelspacher “In Mathe war ich immer schlecht …” Vieweg Braunschweig, Wiesbaden, 1996 147 S. DM 28,-
Wolfram Knapp





