„Wenn nichts mehr geht, dann beten wir eben” – der Satz schoss Andreas Müller durch den Kopf, als er die Ikone inmitten der Anzeigetafeln eines ukrainischen Atomkraftwerks hängen sah. Saporoschje ist das größte Kraftwerk Europas, sechs Blöcke sind auf dem Gelände untergebracht. Alle Gebäude wurden von Geistlichen gesegnet – auf Wunsch der angestellten Ingenieure, die auch das Heiligenbild zwischen die Armaturen gehängt haben. Von der einzigartigen Atmosphäre in der Ukraine war Müller so inspiriert, dass er in einer Woche 2500 Fotos schoss. „Ich habe noch nie in meinem Leben so viel fotografiert”, sagt er. Das Bild ist typisch für Reportage-Fotografie: Es entstand ohne besondere Vorkehrungen oder zusätzliches Licht. Müller wählte später nur den speziellen Ausschnitt.




