„Was sollte man Ihrer Meinung nach über Naturwissenschaften wissen?” Diese Frage stellte die Pulitzerpreisträgerin Natalie Angier Hunderten von Wissenschaftlern aus Physik, Chemie, Biologie, Geologie und Astronomie. Die ganz unterschiedlichen Antworten hat sie in einem Buch zusammengefasst: Angefangen damit, dass der menschliche Körper aus Wasserstoff und Sternenstaub besteht, bis zu den Möglichkeiten eines Umzugs der Menschen in einigen Milliarden Jahren zum Jupitermond Ganymed. Angier vermittelt, dass es Spaß macht, die Sprache des Körpers zu verstehen, das Heizwerk im Inneren der Erde zu bestaunen und in die Welt der Kariesbakterien und anderer Mikroorganismen zu reisen.
Dabei will sie vor allem mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Naturwissenschaften langweilig, schwierig und ab- strakt seien. Sie ist sogar davon überzeugt, dass ein besseres Verständnis der Naturwissenschaften zur Wahl vernünftigerer Politiker führen und immun gegen Wunschdenken machen würde. Angier ist ein Standardwerk über die moderne Naturwissenschaft gelungen, das den Leser begeistert. Und: Sie scheut darin keine komplizierten Details. Schade nur, dass manche zähen Metaphern und mühsamen Vergleiche eher verwirren als dass sie Kompliziertes verständlich machen. Bedauerlich ist auch, dass das Buch keine einzige Grafik enthält, die das Verständnis erleichtert hätte, weder von Größenverhältnissen noch von Planeten oder Molekülen. Deirdre Ann Weber
Natalie Angier NATURWISSENSCHAFT – WAS MAN WISSEN MUSS, UM DIE WELT ZU VERSTEHEN C. Bertelsmann, München 2010 382 S. € 22,95 ISBN 978–3–570–01103–4




