Im Herbst sind Sie ein gefragter Mann, Herr Fritz. Warum?
Weil ich zu den wenigen Spezialisten gehöre, die sehr viele Kernobstsorten bestimmen können.
Sie bestimmen Apfelsorten mit den Augen, aber auch mit dem Mund. Worauf achten Sie dabei?
Die Nase gehört auch dazu. Ich erkenne viele Sorten am Geruch der Schale. Die meisten erkenne ich auf den ersten Blick – an der Form, der äußeren Erscheinung, viele am Geschmack des Fruchtfleischs. Aber auch die inneren Merkmale und Kerne helfen bei der Bestimmung.
Wie wird man Pomologe?
Schwierige Frage. Studieren kann man das nicht. Ich hatte selbst Obstsorten, die ich nicht bestimmen konnte. Deshalb habe ich mich mit dem Thema beschäftigt, und so hat es seinen Lauf genommen. Als Perfektionist bin ich in der Pomologie an der richtigen Stelle.
Was sind das für Leute, die bei Ihnen Äpfel und Birnen bestimmen lassen?
Häufig stehen sie im letzten Drittel ihres Lebens. Da gibt es viele Dinge, die man bereinigen oder regeln will. Die Leute haben Obstbäume im Garten, die mit Kindheitserinnerungen verbunden sind. Und nun wollen sie wissen: Wie heißt eigentlich diese Sorte?
Was halten Sie von den neuen Züchtungsmethoden?
Ich würde mir wünschen, dass in der klassischen Züchtung mehr gemacht wird. Inzwischen laufen leider die meisten Anstrengungen nur in Richtung Molekularbiologie.
Und welche Äpfel essen Sie selbst am liebsten?
Man sollte jede Sorte zu ihrer Zeit genießen. Gerade jetzt, Mitte September, habe ich einen „Transparent aus Croncels” gegessen – wunderbar. In zwei Wochen ist er nicht mehr gut.





