Der legendäre amerikanische Lieutenant Theo Kojak alias Telly Savalas hat sich irgendwann damit abgefunden, dass auf seinem Schädel keine Haare mehr sprießen und seine markante Glatze zum Markenzeichen erhoben. Viele andere Männer leiden dagegen unter ihrer Kahlköpfigkeit. Vollmundig angepriesene Haarwuchsmittel zeigen meist keine Wirkung, und eine Haartransplantation ist aufwendig, teuer und vom Ergebnis her oft unbefriedigend, weil auf dem Kopf fleckige Stellen entstehen. Doch Forschungen von US-Wissenschaftlern wecken jetzt neue Hoffungen.
Das Team um Elaine Fuchs von der Rockefeller University in New York hat bei Mäusen Stammzellen aus dem Gewebe isoliert, das die Basis von Haaren umgibt, und die Zellen dazu gebracht, sich in einer Nährlösung im Labor zu vermehren. So wurden Hunderttausende von identischen Kopien gezüch- tet. Anschließend wurden die Zellen in die Haut nackter Mäuse implantiert. Dort entwickelten sie sich zu Fellflecken, die aus Haut, Follikeln, Haaren und Talgdrüsen bestanden. „Die Haare sind ziemlich dicht”, erklärt Fuchs, „und es ist das erste Mal, dass sich Stammzellen im Labor sowohl zu Haut- als auch zu Haarzellen differenziert haben.” Das zeige, welch vielfältige Kräfte in diesen Zellen stecken würden.
Die Forscher hatten zwei verschiedene Typen von Stammzellen isoliert: Basalzellen, die während der frühen Entwicklungsphase der Haare aktiv sind, und Suprabasalzellen, die erst zu arbeiten beginnen, wenn die ersten Haare bereits wieder ausgefallen sind. Beide Zellsorten produzierten bei den Versuchstieren ein Fell, das annähernd der normalen Behaarung einer Maus glich.
Da die Stammzellen ohne genetische Manipulationen isoliert werden, hält Fuchs die Methode für ethisch unbedenklich, wenn man sie beim Menschen einsetzt. Stammzellen von Kahlköpfigen könnten extrahiert und gezüchtet werden, um sie danach in die Glatzenhaut zu reimplantieren. Die Wissenschaftler hoffen, dass sich dann dort neue Haare bilden würden.
Von dem Verfahren könnten auch Opfer von Verbrennungen profitieren. Diesen Patienten werden zur Zeit noch äußere Hautschichten transplantiert, in denen weder Haarfollikel noch Talgdrüsen enthalten sind. Elaine Fuchs hält es sogar für denkbar, dass transplantierte Stammzellen aus der Haut alle fehlenden Zelltypen ersetzen können.





