VIELES IN DIESEM BUCH ist frei erfunden doch Ähnlichkeiten mit lebenden oder bereits verstorbenen Personen, vorzugsweise Mathematikern, sind durchaus beabsichtigt. Da sind die beiden Männer 1 und 2, die nicht wissen, wer von ihnen beiden Georg Cantor ist. Emmy Noether spricht mit einem Schmetterling über Muster, Julia Bowman Robinson diagnostiziert als Therapeutin allergische Reaktionen gegen falsche Gewissheiten, und Benoît Mandelbrot verirrt sich auf einem Fraktal. In einem Mix aus Kenntnisreichtum, Respektlosigkeit und ausufernder Fantasie erzählt Dietmar Dath, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Romanschriftsteller, ein Stück Mathematikgeschichte. Dabei geht es um Grundsätzliches wie den Ursprung mathematischer Strukturen, aber auch um Strategien zur Gewinnmaximierung und um die Erfindung des Computers. Anlässlich der bewegenden Biografie des indischen Mathematik-Genies Srinivasa Ramanujan wird auch die Frage gestreift, wie man mathematische Kreativität und Begabung fördern kann. Die begnadeten Mathematiker waren oft schwierige Persönlichkeiten und viele hatten eine traurige Lebensgeschichte etwa die jüdischen Professoren, die von den Nazis vertrieben oder ermordet wurden. Daths Buch präsentiert keine Formeln, und man bekommt von den behandelten Themen nicht viel mehr als eine leise Ahnung. Dafür zeigt es, wie unverkrampft diese oft als trocken, schwierig und langweilig verunglimpfte Wissenschaft sein kann.
Dr. Barbara Messing




