Wir schätzen die Zeitschrift seit langer Zeit, vor allem wegen der aktuellen wissenschaftlichen Themen jeder Fachrichtung. Den Boden wissenschaftlichen Arbeitens haben Sie aber unserer Meinung nach verlassen mit Ihrer sehr einseitigen Bewerbung (gemeint ist eine Buchrezension auf S. 80, Anm.d.Red.) des Buches „Die Homöopathie-Lüge”, in dem so plakativ von der „Gefährlichkeit” der weißen Kügelchen die Rede sei.
Den Inhalt eines Buches prägnant darzustellen, ist eines. Aber alle, die sich seit Jahren erfolgreich auf Grundlage der Homoöpathie kurieren, als unintelligent hinzustellen – und das Buch als angebliches „Muss für jeden, der lesen kann” –, entbehrt völlig des Anspruchs von Ausgewogenheit. Da könnte man sich auf die Ebene der Zeitung mit den vier Buchstaben hinunterbegeben und mit der nicht weit hergeholten Vermutung parieren, dass das Buch wohl von der Pharmaindustrie gesponsert sei.
Dass der Placeboeffekt zumindest bei Kleinkindern und in der Tiermedizin wohl keine Rolle spielen kann, haben seriöse Wissenschaftler schon lange gezeigt. Dass es bei der Pharmaindustrie um Milliardengewinne geht, ist jedem klar, „der lesen kann”. Und eine eigene Meinung können sich die Leser von bild der wissenschaft allemal bilden, auch ohne solche Verunglimpfungen.
Veronika und Georg Strasser, per E-Mail
Selbstverständlich ist es Ihr gutes Recht, jedes beliebige Buch vorzustellen und zu kommentieren. Ich hätte aber bei der Vorstellung des Buches „Die Homöopathie-Lüge” mehr Kompetenz und Sachlichkeit erwartet, unter Berücksichtigung des derzeitigen Wissensstandes zur Homöopathie.
Ernst zu nehmende Mediziner reduzieren die Wirkungsweise der homöopathischen Mittel durchaus nicht nur auf den Placebo-Effekt. Bei aller Schwierigkeit, das richtige homöopathische Behandlungsmittel zu finden – dies zeichnet einen erfahrenen Homöopathen aus und trennt „die Spreu vom Weizen” –, habe ich mich doch überzeugen dürfen, dass das bei mir angewandte homöopathische Mittel wirkt. Ich bin Ingenieur und als technisch gebildeter Mensch sehr skeptisch – und ohne Leidensdruck – an diese Behandlung herangegangen.
Die Zahl der Kranken, die unter den vielen Nebenwirkungen der Medikamente der Pharmaindustrie leiden, ist anderseits nicht zu unterschätzen. In bild der wissenschaft würde ich mir eine subtilere Herangehensweise bei der Empfehlung eines solchen Buches, das eindeutig Stellung gegen die Homöopathie bezieht, wünschen.
Jürgen Gerick, Chemnitz
Buddhas auf dem Pulverfass
Heft 2/2013
Der Watzmann wird nicht verheizt, wie in Heft 4 (bdw-Nachrichten, Aprilscherz) zu lesen war. Aber leider ist dieser Aprilscherz gar nicht so weit hergeholt. Anders als bei den Buddha-Statuen, die in Afghanistan zerstört wurden, und anders als bei den Grabmalen in Timbuktu, bei deren Zerstörung ebenfalls ein Aufschrei der westlichen Welt zu hören war, ist es der Gott des Profits und des wirtschaftlichen Wachstums, der die gleichen Leute nun schweigen lässt.
Zur Ausbeutung einer großen Lagerstätte von Kupfer, Kobalt und Lithium unter den Ruinen von Mes Aynak wird die Regierung Afghanistans nach einer Nachricht in der Süddeutschen Zeitung vom August 2010 sogar ausdrücklich von westlichen Ländern ermuntert. Eine chinesische Bergbaufirma wird die sehr gut erhaltenen Überreste eines buddhistischen Klosters mit unzähligen Statuen und sieben Stupas sprengen und abräumen.
Im Namen des wirtschaftlich-technischen Fortschrittes heiligt der Zweck offenbar alle Mittel. Die Sozialwissenschaftlerin Cheryl Benard äußert im bdw-Artikel: „Wären in Mes Aynak nicht buddhistische, sondern islamische Kulturgüter gefährdet, würde deren drohende Vernichtung einen Volksaufstand hervorrufen.” Wo bleibt bei diesem Kulturerbe die UNESCO? Dass es keinen Aufschrei der westlichen Welt gibt, liegt wohl an deren Gier nach den dort förderbaren Erzen.
Manuel Haus, per E-Mail
Wie Brüche schneller heilen
bdw-Nachrichten Heft 6/2013
Die Abbildung zeigt das Röntgenbild ein und desselben (linken) gebrochenen Unterarmes in zwei Ebenen (frontal und seitlich).
Dr.med. Stefan Toth, per E-Mail
Danke für diesen Hinweis und Entschuldigung für die fehlerhafte Bildunterschrift! Die Redaktion
Musikalische Plagegeister
Heft 5/2013
Hier wird behauptet, bislang hätte kein Wissenschaftler klären können, ob Ohrwürmer einen Zweck erfüllen. Aber Herma Petri-Wolde behandelt in ihrer Arbeit „Wesen und Erscheinungsformen musikalischer Tagträumereien” (in: Teirich, W.: Musik in der Medizin, Beiträge zur Musiktherapie, Stuttgart 1958, S. 164–171) dieses Phänomen, auf dessen tiefenpsychologische Bedeutung bereits C.G. Jung 1907 hinwies.
Sie fand heraus, dass diese Melodien – in 80 Prozent der Fälle Melodien mit Text – von ihren Versuchspersonen nicht immer richtig in Tempo und Tonlage produziert wurden, sondern, je nach Gestimmtheit, zu schnell oder zu langsam, zu hoch oder zu tief. Stets hätten sie einen positiven Effekt auf die Stimmungslage. Dabei würden den Personen, wenn sie traurig sind, entweder traurige Melodien einfallen, die kathartisch entlasten, oder es fielen ihnen beschwingte Melodien ein, die sie aber zu tief und/oder zu langsam, also „stimmungsaffin”, produzieren. Im weiteren Verlauf würden sie das Tempo beschleunigen und die Tonlage anheben, wobei es zur Stimmungsaufhellung komme. Ohrwürmer erscheinen somit als psychodynamische Selbst- steuerungsmechanismen.
Seit ich von diesen Forschungen erfuhr, sind mir in der klinischen Arbeit und im persönlichen Alltag auf vielfältige Weise Zusammenhänge zwischen Ohrwurm und vorbewussten Erlebnisinhalten aufgefallen.
Prof. Hartmut Kapteina, per E-Mail




