von KLAUS-DIETER LINSMEIER
Mit einem Hinkelstein auf dem Rücken herumspazieren, als sei das gar nichts, so kennen wir den Gallier Obelix aus der berühmten Comic-Reihe. Das steinerne Accessoire ist Sinnbild seiner Superkraft, denn so ein Monstrum bringt einiges auf die Waage. Das wohl größte Exemplar Europas, der „Grand Menhir“, war einmal gut 20 Meter lang und wog rund 200 bis 300 Tonnen. Er ist in vier Teile zerbrochen, die in Locmariaquer zu besichtigen sind, einer bei Touristen beliebten archäologischen Stätte in der Bretagne, gut zwölf Kilometer vom bekannteren Carnac und dessen Steinalleen entfernt. Einen Obelix hätte man bei seiner Errichtung gut gebrauchen können. Der Koloss wurde gut zehn Kilometer entfernt von Locmariaquer aus einem granitähnlichen Gestein geschlagen, mit nach wie vor unklaren Transportmitteln dort hingeschafft und in eine zwei Meter tiefe Grube abgelassen. Trotz dieser Halterung kippte er zu einem unbekannten Zeitpunkt und stürzte zu Boden. Weil dieses Schicksal dort noch andere seiner Art traf und alle in die gleiche Richtung fielen, halten Forschende ein Erdbeben für die wahrscheinlichste Erklärung. Es kursieren aber auch Spekulationen über ein geheimnisvolles Ritual; die Wahrheit bleibt wohl ein Geheimnis.





