Manchmal ist auf einem Bild sofort zu erkennen, was mit Worten nicht zu beschreiben ist. Mikroskopische Aufnahmen geben einen Einblick in die faszinierende Welt der Forschung im Nanometer-Bereich.
Kostspielige Fotos
„Forscher haben sehr anspruchsvolle und spezifische Gerätewünsche“, erzählt Wilhelm Kincses, Leiter der Core Facility an der Universität Hohenheim. Technik im Wert von Millionen Euro können sich nur die wenigsten Labore allein leisten. Institute müssen sich deshalb zusammentun und gemeinsam Fördermittel beantragen. Nur wer gute Argumente vorbringen kann, kommt in die engere Auswahl. Die gewünschten Geräte müssen etwa einen hohen Nutzen für das Fachgebiet haben.
Der Europäische Fond für regionale Entwicklung (EFRE) vergibt Mittel, um die Wirtschaft und Forschung in bestimmten Gebieten nach der Pandemie zu unterstützen. 2,6 Millionen Euro gingen Anfang des Jahres an den Verbund BioInterAct. Mitglieder sind die Universität Hohenheim, die Universität Tübingen und das Kompetenzzentrum Biodiversität und integrative Taxonomie (KomBioTa) des Naturkundemuseums Stuttgart. Ähnlich wie bei den Forschungsverbünden FutureIOT und AMICA haben sich die Institute mit einem gemeinsamen Ziel zusammengeschlossen. Sie verfolgen den Ansatz, mit dem neuen Imaging-Verbund aus fünf Hightech-Geräten, die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Insekten und Boden zu visualisieren. Dank der neuen Technologien sollen neue Erkenntnisse in den Bereichen Agrarwissenschaften und Biodiversität gewonnen werden „Leider wird die Forschungsfrage oft von den technischen Möglichkeiten abhängig gemacht“, sagt Kincses, „das führt zu Forschungslücken, die es zu vermeiden gilt. Das wird jetzt nicht mehr passieren“.
Mit den Geräten können wir dasselbe Untersuchungsobjekt auf unterschiedlichen Skalen betrachten
In der Agrarforschung sind die Nährstoffkreisläufe im Ökosystem und in der Pflanze selbst von besonderem Interesse. „Mit den Geräten können wir dasselbe Untersuchungsobjekt mit verschiedenen bildgebenden Analyseverfahren auf unterschiedlichen Skalen betrachten – vom Zentimeter bis zum Nanometer“, erklärt Julia Fritz-Steuber, Prorektorin an der Universität Hohenheim. So wie die Zellen ein Netzwerk darstellen, gibt es auf allen Ebenen ähnliche Strukturen – zwischen Molekülen, Zellen, Pflanzen und ganzen Systemen von Lebewesen. „Um zwischen diesen Ebenen lückenlos springen zu können, müssen alle Skalen abgedeckt und die Geräte miteinander verbunden sein”, erklärt Fritz-Steuber in ihrem Vortrag anlässlich der Einweihung der neuen Geräte.




