„Hier und da muSS schon mal nachjustiert werden”
bdw: Herr Seibel, die Telekom ist der größte Anbieter von ADSL in Deutschland. Allerdings sind einige Kunden unzufrieden: Von den angemeldeten Nutzern ist erst ein Drittel angeschlossen. Wie kommt das?
Seibel: Die letzte Meile muß zunächst leistungsfähig gemacht werden – durch einen sogenannten Leitungsabschluß in der Vermittlungsstelle und einen Netzabschluß beim Kunden. Das geht nur nach und nach, da die Technik aufgrund der europaweit großen Nachfrage nicht wie benötigt zur Verfügung steht. Zur Zeit haben wir in rund 600 Ortsnetzen die Technik für unser T-DSL- Angebot (T-DSL: Bezeichnung der Deutschen Telekom für ADSL) aufgebaut, bis Jahresende steht sie für 90 Prozent der Haushalte zur Verfügung.
bdw: Haben Sie die Nachfrage unterschätzt?
Seibel: Im letzten Jahr gab es einen regelrechten Run auf T-DSL. Wir hatten rund zehnmal mehr Bestellungen gegenüber dem Vorjahr – etwa 500000 gegenüber 50000 im Jahr 1999. Wir wollen den Massenmarkt für die Breitbandkommunikation so schnell wie möglich entwickeln. Deshalb forciert die Deutsche Telekom nun den Ausbau der T-DSL-Technik im Netz.
bdw: Einige T-DSL-Nutzer sprechen spöttisch von der T-DSL-Gedenkminute vor dem Herunterladen. Wie erklären Sie sich das?
Seibel: Das kann ich nicht nachvollziehen. T-DSL basiert auf komplexen, breitbandigen Technologien – da ist ein reibungsloses Zusammenspiel vieler Komponenten nötig. Die Konfiguration beim Kunden muß stimmen, die Geräte müssen aufeinander abgestimmt werden. Sicher: Hier und da muß schon mal nachjustiert werden. Doch über 95 Prozent aller DSL-Anschlüsse laufen absolut zufriedenstellend.
Wilfrued Seibel




