Plötzlich räusperte sich jemand vor mir laut. Ich hob den Blick und sah einen alten Mann in Wanderkleidung mit einem Rucksack auf dem Rücken und einem Stab in der Hand vor mir stehen. Er verbeugte sich leicht und sagte: „Müller. Wilhelm Müller. Darf ich mich setzen?“ Natürlich hatte ich nichts dagegen. „Ich komme aus Berlin und bin hier zum Wandern, denn das ist mir von Kindesbeinen an eine große Lust“, sagte er. „Sind Sie auch ein Wandervogel?“ Erst in diesem Moment schien er zu bemerken, dass ich Anzug und Krawatte trug. Bevor ich etwas erwidern konnte, beantwortete er sich seine Frage selbst. „Offensichtlich nicht. Sollten Sie aber unbedingt werden.“ Nachdem er sich ein Glas Bier bestellt hatte, fuhr er fort: „Ich bin nicht mehr der Jüngste, und steile Anstiege fallen mir zunehmend schwerer. Deshalb wandere ich gerne auf stillgelegten Bahnstrecken, die zu Rad- und Wanderwegen umgebaut wurden. So kann ich ohne große Mühe auch ein Gebirge durchwandern.“ Er trank einen Schluck und fuhr dann fort: „Heute Morgen habe ich schon bei Sonnenaufgang den Gasthof verlassen, um auf dem Bahndamm, der hier ganz in Nähe vorbeiläuft, in die nächste Stadt zu wandern. Wenn ich wandere, habe ich durch jahrzehntelange Übung immer die gleiche Geschwindigkeit. Nach einiger Zeit kam ich zu einem Hektometerstein, dessen Zahl aus zwei Ziffern bestand.“ „Hektometerstein?“, unterbrach ich ihn. Das Wort hatte ich noch nie gehört. „Sie meinen sicherlich einen Kilometerstein.“ Wilhelm Müller schüttelte den Kopf. „An den meisten alten Bahnstrecken stehen im Abstand von jeweils hundert Metern Steine, die die Strecke in Hektometern angeben, also in Vielfachen von 100 Meter. Beispielweise bedeutet die Zahl 123 auf einem solchen Stein 123 Hektometer, was 12,3 Kilometern entspricht. Deshalb spricht der Fachmann von Hektometersteinen, während der Laie sie nicht ganz korrekt als Kilometersteine bezeichnet.“ Der alte Mann schnaubte ein wenig verächtlich. „Um wieder auf meinen Hektometerstein zurückzukommen. Ich setzte mich darauf und machte eine kleine Rast. Dann wanderte ich weiter. Nach einer genau einstündigen Wanderung erreichte ich einen Hektometerstein, dessen Zahl kurioserweise aus denselben zwei Ziffern bestand wie die Zahl auf dem anderen Stein, aber in umgekehrter Reihenfolge. Wieder machte ich eine Pause, bevor ich weiterging. Nachdem ich erneut eine Stunde gewandert war, erreichte ich dann einen Hektometerstein, dessen Zahl dreiziffrig war. Die zwei Ziffern der ersten beiden Hektometersteine kamen auch auf dem dritten Hektometerstein vor.“ Mehr aus Höflichkeit als aus Interesse fragte ich ihn, welche Zahlen denn auf den Hektometersteinen gestanden hätten. Aber daran konnte sich der Mann nicht mehr erinnern.
Kennen Sie die Zahlen auf den drei Steinen?
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