Nichts ist dem deutschen Autofahrer so heilig wie eine glänzende Lackoberfläche seines Fahrzeugs. Und nichts ärgert ihn so sehr, wie wenn er morgens feststellen muss, dass übel wollende Zeitgenossen mit einem spitzem Gegenstand so genannte Neidkratzer im Lack seines Wagens hinterlassen haben. Das könnte bald vorbei sein, denn Forscher des Instituts für Neue Materialien (INM) in Saarbrücken haben den ersten superkratzfesten Autolack entwickelt. Die Wissenschaftler um Helmut Schmidt bedienten sich dabei der Nanotechnologie. Die neuartige Beschichtung, die nur ein Hundertstel Millimeter dünn ist, besteht aus nanoskaligen Keramikpartikeln, die 4000-mal kleiner sind als der Durchmesser eines menschlichen Haars. Der Superlack besitzt dadurch nahezu die Kratzfestigkeit von mineralischem Glas – selbst Stahlwolle kann ihm nichts anhaben. Die Erfindung des INM lässt sich mit den üblichen Lackierverfahren verarbeiten und wurde bereits weltweit zum Patent angemeldet.
Hans Groth




