Eigentlich könnten wir als Science Busters angesichts dieser massiven Unterstützung aus dem Kanon der Heiligen zufrieden sein. Aber leider hat die Kirche es bis jetzt versäumt, einen Helmut heiligzusprechen, sodass Helmut Jungwirth, der Biologe in unserem Team, ohne himmlische Patronanz auskommen muss. Aber er hat zumindest noch die Chance, ab jetzt ein redliches Leben zu führen und das eine oder andere Wunder zu wirken. Dann wird er vielleicht selbst heiliggesprochen und kann sich in die Reihe der Heiligen einreihen, die ebenfalls wissenschaftlich tätig waren. Besonders Ärzte sind hier vertreten: Lukas, der Evangelist, oder die heiligen Zwillingsbrüder Kosmas und Damian aus dem 3. Jahrhundert. Aus jüngerer Zeit kann Giuseppe Moscati genannt werden, der nicht nur einen Doktor in Medizin sondern auch einen in klinischer Chemie hatte und 1987 heiliggesprochen wurde. Und mit Takashi Nagai, einem Radiologen, der sich um Opfer der Atombombenabwürfe in Japan gekümmert hat, könnte möglicherweise irgendwann ein weiterer Mediziner heiliggesprochen werden: Für Nagai wurde 2021, über 70 Jahre nach seinem Tod, der Seligsprechungsprozess eröffnet. Damit trägt er den Titel „Diener Gottes“, was die erste Stufe auf dem Weg zur Heiligsprechung darstellt. Bereits eine Stufe weiter ist der Franzose Jérôme Lejeune – der Mitbegründer der Humangenetik und Entdecker der Ursache von Trisomie 21, wurde 2021 zum „Ehrwürdigen Diener Gottes“ erklärt.
Heilige für alle wissenschaftlichen Eventualitäten
Seit 1941 hat die Naturwissenschaft ihren eigenen Schutzpatron, nämlich den Gelehrten Albert Magnus, der im 13. Jahrhundert gelebt hat. Wenn demnächst wieder Menschen im Rahmen der Artemis-Missionen zum Mond fliegen, können sie dabei den heiligen Josef von Copertino anrufen, den Schutzpatron der Raumfahrt. Dieser erhielt seinen Status als Heiliger nicht, weil er im 17. Jahrhundert schon die ersten Raketen gebaut hat, sondern weil er angeblich in der Lage war zu schweben, so wie man es auch in der Schwerelosigkeit des Alls tut. Kritische Geister meinen allerdings, seine Levitationen wären nur Einbildung gewesen und Josef konnte einfach nur sehr beeindruckend hoch springen. Damit wird man normal bestenfalls Olympiasieger und nicht heilig, weshalb er quasi nachhelfen musste.
Wer mehr über die Sterne und das Weltall wissen will, kann den heiligen Dominikus anrufen, Schutzpatron der Astronomen. Warum? Das weiß nicht einmal der Vatikan: Die Sternwarte des Kirchenstaates erklärt zwar, dass es Geschichten gibt, laut denen ein Gelehrter aus Toulouse eine Vision von sieben Sternen gehabt haben soll, bevor Dominikus mit einem Gefolge von sechs Mönchen dort im 13. Jahrhundert ankam und einen Orden gegründet hat. Das reiche aber nicht, um die Verbindung von Dominikus und der Astronomie zu erklären, weshalb man für Hinweise dazu sehr verbunden wäre.





