Hawley Harvey Crippen ist einer der berühmtesten Mörder der britischen Kriminalgeschichte. Und er ist der erste, der mithilfe der drahtlosen Telegrafie geschnappt wurde. Die hatte Guglielmo Marconi etwa zehn Jahre zuvor erfunden. Auf der Flucht von Belgien nach Kanada wurde Crippen vom Kapitän des Schiffs erkannt. Der funkte eine Nachricht an Scotland Yard, worauf der zuständige Inspektor ein schnelleres Schiff bestieg und den Verdächtigen nebst seiner Geliebten am Ende der Reise in Empfang nahm. Autor Eric Larson, der als Reporter für diverse amerikanische Blätter gearbeitet hat, verwebt in seinem Buch zwei faszinierende Geschichten, die kaum Berührungspunkte haben, zu einem Thriller. Er beschreibt die verblüffende Wirkung, die der schmächtige amerikanische Arzt Crippen auf seine Mitmenschen hatte. Immerhin soll er seine Frau kaltblütig vergiftet, entbeint und dann die diversen Reste entsorgt haben. Dennoch erwarb er auf der langen Seereise das Mitgefühl eines gestandenen Polizisten. Larson zeichnet auch ein lebendiges Bild des Erfinders und Nobelpreisträgers Marconi. Es zeigt, dass man für den Erfolg weit mehr braucht als geniale Ideen. Nämlich die Kraft, Rückschlägen und Enttäuschungen standzuhalten – und die Fähigkeit, Intriganten Paroli zu bieten. Markus Bohn 2. PLATZ
Oliver Sacks DER EINARMIGE PIANIST Über Musik und das Gehirn Rowohlt, 397 Seiten, € 19,90 ISBN 978-3-498-06376-4
3. PLATZ
Linus Reichlin DIE SEHNSUCHT DER ATOME Kriminalroman Eichborn, 359 Seiten, € 19,95 ISBN 978-3-8218-5835-7




